Girls’ Night Out

Komödie, USA 2017

Ein Junggesellinnenabschied läuft aus dem Ruder

Scarlett Johansson ist die Braut, die mit ihren Freundinnen in Miami ein Wochenende erlebt, das sie nie wieder vergessen wird

Darum geht’s in ‚Girl’s Night Out‘:

Einst an der Uni waren Jess (Scarlett Johansson), Blair (Zoë Kravitz), Alice (Jillian Bell) und Frankie (Ilana Glazer) ein Quartett, dem keine Feier zu wild und kein Schnapsfass zu groß sein konnte. Trotzdem haben die vier Politik-Studentinnen zehn Jahre später ihren Weg ins bürgerliche Leben gefunden - das heißt, fast alle: Die etwas distanzlose und besitzergreifende Alice ist Single geblieben und Lehrerin geworden; die eitle - tatsächlich hochattraktive - Blair hat gut geheiratet und steht gerade vor einem hässlichen Scheidungskrieg; Jess ist kurz vor der Hochzeit mit dem lieben, aber etwas schlappen Peter (Paul W. Downs) und kandidiert gleichzeitig für ein hohes lokales politisches Amt.

Nur Frankie hat sich dem Establishment, dem Kapital und den Männern verweigert und ist mittellose Aktivistin gegen alles und jeden geblieben. Und auch wenn sich die Lebenswege des Quartetts seitdem seltener gekreuzt haben, als es den vier besten Freundinnen recht ist, gibt es nun angesichts der drohenden Verheiratung von Jess keine Ausreden für ein gewaltiges Wiedersehen.

Alice hat ein minutiös durchgetaktetes Polterwochenende in Miami organisiert, inklusive jeder Menge Penis-Sonnenbrillen, Penis-Trinkhalme und -erraten! - Penis-Haarreifen. In Miami stößt dann auch noch eine Fünfte zur Truppe: Pippa (Kate McKinnon), die australische Freundin von Jess, feiert mit, was die eifersüchtige Alice leicht austicken lässt. Nichts, was sich nicht durch ein paar Lines Koks und viele, viele Shots reparieren ließe.

Als dann im schicken Strandhaus, das fürs Wochenende gemietet wurde, auch noch ein etwas seltsamer Stripper auftaucht, scheint das weibliche Feierglück perfekt. Bis die stets etwas notgeil wirkende Alice sich auf ihn wirft - und er via spitzer Kante im Hinterkopf in ein besseres Dasein verblutet. Zuerst kriegen die Mädels die blanke Panik, immerhin haben sie alle Orange is the new Black gesehen und wissen, dass Gefängnis im strengen Florida nicht ihr Fall ist.

Also bleibt nur, sich zu überwinden und die Leiche diskret zu entsorgen. Was verdammt schwer ist in einem Designerhaus, das fast nur aus Glaswänden besteht, und darüber hinaus die Nachbarn (Demi Moore, frisch von der routinemäßigen Generalüberholung und ‚Modern Family‘-Papa Ty Burrell) mit Swingerabsichten dauernd Kontakt suchen. Und außerdem ist Jess' Verlobter Peter, der am Telefon nur mitbekommen hat, dass etwas mit einem Stripper vorgefallen ist, in Panik in seinem Kleinwagen unterwegs nach Florida. Bekleidet mit Windelhose, damit er keine Pinkelpausen braucht, vollgefüllt mit Red Bull und russischen Amphetaminen aus dem Web ...

Unsere Meinung zu ‚Girl’s Night Out‘:

Den schrägen Momenten sieht man an, dass die Schauspielerinnen beim Dreh mächtig Spaß hatten. In "Girls' Night Out" stecken durchaus ein paar Wahrheiten über den Wert und die Zerbrechlichkeit von Freundschaften. Doch am Ende ist es derber Klamauk, den der englische Filmtitel "Rough Night" treffender beschreibt. Eine ganz schön harte (Kino-)Nacht.

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