Ginger & Rosa

Drama, GB/DK/CDN/HR 2012
Die beiden Mädchen sind die besten Freundinnen

Die beiden Mädchen sind die besten Freundinnen

Regisseurin Sally Potter schildert in ihrem bewegenden Drama "Ginger & Rosa" den Einfluss des Kalten Kriegs 1962 auf die Entwicklung von Teenagern. In der Hauptrolle glänzt die junge Elle Fanning ("Super 8").

London, 1962: Die zwei Teenager Ginger (Elle Fanning) und Rosa (AliceEnglert) sind beste Freundinnen. Sie schwänzen gemeinsam Schule, plaudern stundenlang über Liebe, Religion und Politik und träumen von einer Zukunft voller Abenteuer und Freiheit. Sie möchten nicht im selben tristen Alltagstrott enden wie ihre eigenen Mütter. Rosas Mutter Anoushka (Jodhi May) ist ein überforderter Single, Gingers Mutter Natalie (Christina Hendricks) befindet sich im frustrierenden Clinch mit ihrem Ehemann Roland (Allesandro Nivola). Die reif wirkende Rosa verliebt sich in Gingers Freigeist-Vater, für Ginger geht damit die Welt unter. Sie stürzt sich in ihr politisches Engagement und nimmt an den Anti-Atom-Demonstrationen teil. Als schließlich die Kuba-Krise eskaliert, eskaliert der Streit zwischen den Freundinnen.

Sally Potters größter Erfolg war die Virginia-Woolf-Adaption "Orlando" mit Tilda Swinton 1992, später folgten der Tanzfilm "Tango-Fieber" oder "Rage" mit Judi Dench und Jude Law. Auch bei "Ginger & Rosa" kommen Potters anspruchsvolle Absichten in stilisierten, langsamen und intimen Bildern zum Ausdruck - vor allem aber in ihrem Ansatz, den linkspolitischen Protest ihrer Nachkriegsgeneration zusammen mit deren seelischen Problemlagen auszuloten. Sie erzählt in ihrem Coming-of-Age-Drama von inneren und äußeren Erschütterungen und deren Wechselwirkungen.

Die erst 1998 geborene Elle Fanning ist dabei ein Trumpf. Feinfühlig zeichnet sie die Not eines Mädchens, dessen schwacher, freiheitsbewegter Vater ein Verhältnis mit der besten Freundin beginnt. Das interessante Thema des Films bearbeitet Potter jedoch nicht konsequent. Vieles bleibt plakativ, nicht zuletzt wegen der Fülle von Aspekten, zu denen auch das sexuelle Erwachen zählt. Außer Frage steht für die Regisseurin die politische Korrektheit der damaligen pazifistischen Demonstrationen vor allem junger Menschen und Intellektueller - also werden sie von ihr nicht näher beleuchtet.

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