Gibellina - Il terremoto

Dokumentation, A/I 2007
Burger machte sich auf die Reise nach Gibellina

Burger machte sich auf die Reise nach Gibellina

In seinem neuen Film "Gibellina - Il terremoto" dokumentiert der österreichische Regisseur Joerg Burger ("Artikel 7 - Unser Recht") durch lange Einstellungen die Diskrepanz zwischen Architektur, Kunst und Alltagsleben des Städtchens Gibellina im Westen von Sizilien

Im Westen von Sizilien liegt der Ort Gibellina. Die meisten der 4.500 Einwohner leben von der Landwirtschaft. Seit dem 15. Jänner 1968 ist Gibellina keine ganz normale Kleinstadt mehr: Bei einem schweren Erdbeben wurde sie komplett zerstört. Anstatt sie wieder an derselben Stelle aufzubauen, ließ man die Ruinen stehen und errichtete 18 Kilometer weiter eine neue Stadt mit anspruchsvoller Architektur. Anders als andere sizilianische Kleinstädte ist Gibellina klar strukturiert, mit geraden Straßenzügen und regelmäßigen Grünflächen. Zudem gilt die Stadt heute als das größte Freilichtmuseum Europas. Seit den 70er Jahren haben hier etliche Architekten verschiedene moderne Skulpturen mitten im Ort platziert.

Ein Teil der Ruinen des alten Städtchens wurden von dem Künstler Alberto Burri unter einer dicken Schicht Zement begraben, begehbare Einschnitte über den alten Gassen vermitteln die Enge der ursprünglichen Stadt. Doch kann Beton die Erinnerung an die alte Stadt nicht begraben. Das Konzept des neuen Städtchens wurde von den Bewohnern nie richtig akzeptiert, einige Teile der neuen Stadt sind unbewohnt. Viele Kunstwerke, wie beispielsweise die Kugelkirche La grande Sfera von Ludovica Quaroni, sind bereits wieder verfallen.

Dokumentarfilmer Joerg Burger hat die neue Stadt besucht, um der gescheiterten Utopie von dem neuen Gibellina auf die Spur zu kommen. Burger zeigt menschenleere Straßen und das Ausbleiben der ersehnten Touristen. Der Regisseur beleuchtet weiters, wie sich die erhoffte Erfolgsgeschichte einer Stadt, in der Kunst großgeschrieben wird, zum Fiasko entwickelte. Denn Gibellina ist zu einem Ort ohne Zentrum und Seele geworden. Über die Zukunft, die so leuchtend hätte sein können, wächst schon wieder Gras.

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