Ghostbusters

Action/Komödie, USA 2016

Who you gonna call? Ghostbusters!

Bei Remakes von Klassikern ist immer mit Empörung zu rechnen. Was auf das Team der "Ghostbusters"-Neuauflage eingeprasselt ist, sucht aber seinesgleichen und richtete sich einzig gegen die Entscheidung, die Rollen der Geisterjäger mit Frauen zu besetzen. Dabei brauchen Männer wahrlich keine Angst vor Frauen zu haben - Geister hingegen schon, wie der fulminant-spaßige Film ab Freitag im Kino zeigt.

Mit der Verbindung von Anarcho-Comedy, Science-Fiction, Spezialeffekten und einer kongenialen Besetzung aus Bill Murray, Dan Aykroyd, Ernie Hudson, Sigourney Weaver und Harold Ramis avancierte "Ghostbusters" aus dem Jahr 1984 zu Kult. Fünf Jahre später schickte Regisseur Ivan Reitman ein Sequel nach und arbeitete danach lange an einem dritten Teil. Stattdessen tritt der 69-Jährige nun als Produzent beim Reboot von Drehbuchautorin Katie Dippold ("Taffe Mädels") und Regisseur Paul Feig ("Brautalarm") auf - was manch "Ghostbusters"-Puristen, die um ihre Kindheitserinnerungen fürchten, eigentlich ebenso ruhig stellen sollte wie die Zustimmung, die der Cast des Originals dem Projekt mit Gastauftritten gibt.

Nicht als Fortsetzung, sondern quasi als Alternative in einem Paralleluniversum, in dem Venkman, Spengler & Co. nicht existieren, ist das 2016er-"Ghostbusters" angesiedelt. Teilchenphysikerin Erin Gilbert (Kristen Wiig) hat sich von ihren früheren Forschungen des Übersinnlichen längst gelöst, kommt es an ihrer Universität doch nicht gut an, wenn man als Wissenschafterin an Geister glaubt. Ihre Co-Autorin eines Buchs über das Paranormale, Abby Yates (Melissa McCarthy), hält aber gemeinsam mit der technisch versierten Nuklearingenieurin Jillian Holtzmann (Kate McKinnon) an der Arbeit fest. Als es in einem Touristen-Spukhaus tatsächlich zu einer Geistererscheinung kommt, kreuzen sich die Wege der einst besten Freundinnen wieder.

Das Youtube-Video einer vom menschenhassenden Geist angeschleimten Erin führt zu deren Entlassung, was den Grundstein zur gemeinsamen Geisterjäger-Firma legt. Die U-Bahn-Angestellte und New-York-Kennerin Patty (Leslie Jones) macht die Truppe komplett, mit einem schäbigen Büro über einem China-Restaurant ist die Zentrale und mit dem so dummen wie feschen Kevin (Chris Hemsworth) ein Sekretär gefunden. Schon bald rücken die Geisterjägerinnen immer häufiger aus, scheint doch irgendwo unter der Stadt ein Gerät paranormale Energien anzuziehen. Die Regierung ist über die dabei entstehende Aufmerksamkeit wenig glücklich und will die Vier mundtot machen - braucht sie im entscheidenden Moment dann aber doch...

"Es ist 2016. Wenn Sie ein Problem mit Frauen in einem Film haben, dann stimmt etwas nicht mit Ihnen", zeigte sich Feig im APA-Interview entgeistert über die frauenfeindliche Kritik an seinem Film. Er habe die "lustigsten Frauen", die er kenne, für den Film zusammengetrommelt und hat damit - wie schon bei den Erfolgskomödien "Brautalarm" und "Taffe Mädels" - ein gutes Gespür bewiesen. In die zentralen Rollen schlüpfen mit Kristen Wiig und Melissa McCarthy zwei bereits Kino-erprobte Comedy-Schwergewichte, mit Kate McKinnon und Leslie Jones zwei der größten Stand-Up-Talente aus der Sketch-Comedyshow "Saturday Night Live".

Den vier Komikerinnen dabei zuzusehen, wie sie sich enthusiastisch und kampfeslustig einer überfordernden Menge an Untoten in den Weg stellen, macht schlicht und einfach ungemeinen Spaß. Von Beginn an zündet die Dynamik und ist das Tempo, in denen sie sich Pointen zuspielen und die eher zweitrangige Handlung vorantreiben, rasant.

Alles in allem ist "Ghostbusters" action- wie pointenreiche Kinounterhaltung, die einer neuen Generation ebenso wie einstigen Fans Freude bereiten dürfte. Die Welle der Entrüstung wird an einer Stelle des Films sogar vorweggenommen: "Ain't no bitches gonna hunt no ghosts" (was so viel heißt wie: "Frauen ist die Geisterjagd nicht zuzutrauen"), richtet ein Online-Kommentator der Truppe im Film aus. Von wegen!

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