Genug gesagt

Komödie, USA 2013
Zwischen Eva und Albert bahnt sich eine Romanze an

Zwischen Eva und Albert bahnt sich eine Romanze an

Eine gewalttätiger Psychopath und Pate als lustiger Liebhaber? Schwer vorstellbar. Doch der verstorbene US-Schauspieler James Gandolfini, der den Mafioso Tony in der Fernsehserie "Sopranos" verkörperte, wirkt in einer seiner letzten Rollen so authentisch, als hätte er sein Leben lang nur in leichten Romanzen mitgewirkt - wie der Dreiecksgeschichte "Genug gesagt" von Nicole Holofcener etwa.

Darin trifft er in der Rolle eines Geschiedenen auf die Protagonistin Eva (Julia Louis-Dreyfus, "Seinfeld"). Die schlanke und sportliche Masseurin hegt zunächst zwar arge Zweifel, ob sie mit dem überaus beleibten Albert ausgehen will - so sehr sie beide auch den gleichen Humor teilen. Schließlich aber nimmt Albert ihr mit seiner Selbstironie alle Ängste, und eine entspannte Romanze bahnt sich an.

Dann jedoch merkt Eva, dass eine ihrer Kundinnen Alberts Ex-Frau ist - und nur über ihn lästert. Eigentlich müsste sie Marianne (Catherine Keener) über ihr Verhältnis mit Albert aufklären und sich von ihr verabschieden. Aber natürlich ist sie auch neugierig, durch Mariannes Geschichten von Alberts Macken zu erfahren. Doch will sie wirklich wissen, wie man nach vielen Jahren auf einen Mann schaut, den sie selber gerade erst kennenlernt? Lange kann sie über diese Frage aber nicht mehr nachdenken. Denn schon bald fliegt ihre "Spionage" hinter Alberts Rücken auf - und der wendet sich zutiefst verletzt von ihr ab.

Die herausragenden Hauptdarsteller dieser Liebesgeschichte, deren Plot für sich allein genommen wohl recht kitschig anmuten mag, machen "Genug gesagt" zu einer wunderbar anrührenden Komödie. Das gelingt vor allem auch, weil das Drehbuch einige schöne ironische Dialoge bereithält. Wortgefechte, wie Liebespaare sie wohl erst mit dem entspannten Blick des Alters entwickeln: "Ich bin es müde, lustig zu sein", sagt etwa Eva nach dem Sex. "Ich auch", sagt Albert. "Aber du bist nicht lustig", antwortet da Eva. Nur um kurze Zeit später wieder mit ihm rumzuwitzeln. Aber auch das lässt Eva zweifeln: Wie kann man denn bloß eine echte Beziehung aufbauen, wenn sich die Partner selber nie ernst nehmen können?

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