Gemma Bovery

Komödie/Drama, F 2014
Martin und Gemma kommen sich näher

Martin und Gemma kommen sich näher

"Frau sucht Liebe und wird ständig enttäuscht. Eine banale Geschichte, aber genial erzählt" - so bringt der Dorfbäcker Martin den berühmten Roman "Madame Bovary" bei seiner neuen Nachbarin Gemma auf den Punkt. Der alternde Franzose verfällt in "Gemma Bovery" der jungen und unzufriedenen Engländerin, die sich mit ihrem Mann in einem Haus in der Normandie einquartiert hat.

Schon bald bringt der stille, vielschichtige Martin (Fabrice Luchini) Realität und Fiktion gehörig durcheinander: Bei einer zufälligen Begegnung in der berauschend schönen Natur reagiert Gemma (Gemma Arterton) gleichgültig - doch für ihn sind mit einem Schlag "zehn Jahre sexueller Beschaulichkeit vorbei". Überdies hält er sie nun für eine Art Wiedergängerin der Bovary, Ehebrecherin aus Langeweile.

Und vor deren tragischem Schicksal will der wackere Baguettebäcker seine Angebetete bewahren - um alles nur noch schlimmer zu machen. Im ironischen Ton einer sonnendurchfluteten Sommerkomödie, auf die dunkle Schatten fallen, erzählt die erfolgreiche Regisseurin und (Co-) Drehbuchautorin Anne Fontaine ("Coco Chanel") in "Gemma Bovery" von Verrücktheiten und Frivolitäten heutiger Menschen.

Sehr fein verkörpern der Kinostar Luchini und die junge Arterton die Helden einer Geschichte, von der man sich mit Gewinn unterhalten lassen darf. Neben den Irrungen und Wirrungen der Liebe, denen beide Hauptpersonen auf höchst unterschiedliche Art ausgesetzt sind, gibt es auch Nebenhandlungen, die mit einer gewissen Tiefgründigkeit amüsieren.

Grundlage von Fontaines Film ist nicht allein der realistische Gesellschafts- und Ehemannromanklassiker "Madame Bovary", den der in der Normandie geborene und lebende Flaubert dort auch angesiedelt hat. Vielmehr basiert das Drehbuch auf der Graphic Novel "Gemma Bovery" (1999) von Posy Simmonds. Die in Großbritannien gefeierte Cartoonistin, Illustratorin und Kinderbuchautorin hatte die Bildergeschichte zuvor in Folgen in der angesehenen Tageszeitung "The Guardian" veröffentlicht.

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