Geheime Staatsaffären

Drama/Thriller, F 2006
Isabelle Huppert jagt korrupte Manager

Isabelle Huppert jagt korrupte Manager

Frankreichs Regie-Altmeister Claude Chabrol beschäftigt sich diesmal nicht mit verrotteten Familienverhältnissen, sondern mit der korrupten Welt politischer und wirtschaftlicher Eliten. Untersuchungsrichterin Jeanne Charmant-Killmann (Isabelle Huppert) will den Sumpf trockenlegen. Ein Kampf gegen Windmühlen.

Der Film beginnt damit, dass Monsieur Humeau die Vorzüge der Macht eines Konzernchefs mit einem Karussell gestylter Sekretärinnen genießt. Ganze drei Minuten lang - dann wird er ganz unglamourös direkt vor dem Firmenhochhaus von rauen Männern in Lederjacken in Gewahrsam genommen. Der Vorwurf lautet Korruption und persönliche Bereicherung, und ein sich müde wehrender Humeau ("Wissen Sie überhaupt, wer ich bin?") landet vor der zähen Untersuchungsrichterin Jeanne Charmant-Killman, auch als "Die Piranha" gefürchtet. Die junge Frau (Isabelle Huppert) hat sich vorgenommen, den Sumpf der Korruption gründlich trockenzulegen und geht dabei alles andere als charmant vor. "Sie versteht die Regeln nicht", sagt einer der nach Humeaus Verhaftung aufgescheuchten einflussreichen Industriellen. Immerhin sei Geld das Öl im Getriebe der Politik.

Um es kurz zu fassen: Die Richterin lässt noch weitere Manager verhaften, sie durchsucht Büros und beschlagnahmt Unterlagen, doch ihr Kampf scheint zum Scheitern verurteilt. Einzelne Gegner kann man besiegen, aber das System reformiert sich im Hintergrund. Wie bei der sagenhaften Hydra wachsen für jeden abgeschlagenen Kopf neue nach. Das hätten wir auch vorher sagen können, warum sollte man sich also noch eine zweistündige Illustration dazu ansehen?

Ein Grund ist Isabelle Huppert. Sie spielt die knallharte, verletzbare Richterin so wenig eindeutig, dass der Zuschauer die ganze Zeit überlegen muss, ob er sie eigentlich mag. Am Anfang ist sie einem schon ganz sympathisch, mit ihrem Wahrheitsdrang und Gerechtigkeitssinn. Doch allmählich wirkt sie beinahe schon besessen von ihrer Mission. "Warum ausgerechnet ich?", fragt Humeau sie irgendwann. "Um ein Exempel zu statuieren", antwortet die Richterin, ohne mit der Wimper zu zucken. "Für sie persönlich ist es nicht so schlimm, aber Frankreich wird es gut tun."

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