Gabrielle - Liebe meines Lebens

Drama/Romanze, D/F/I 2005
Eine nur scheinbar glückliche Ehefrau

Eine nur scheinbar glückliche Ehefrau

Mit "Gabrielle - Liebe meines Lebens" hat der französische Regisseur Patrice Chéreau ("Intimacy") ein Kammerspiel auf der Leinwand inszeniert. Seit zehn Jahren sind Jean und Gabrielle (Isabelle Huppert) scheinbar glücklich verheiratet. Doch hinter der Fassade brodelt es...

Diese Ehe ist ein Albtraum. "Wenn ich gewusst hätte, dass du mich liebst, wäre ich nie zurückgekommen", sagt Gabrielle (Isabelle Huppert) zu ihrem Mann. Quälend intensiv lässt Regisseur Patrice Chereau Huppert spielen, wie Gabrielle Hervey wegen eines Liebhabers aus dem Ehe-Gefängnis ausbricht, aber schon nach kurzer Zeit zurückkehrt.

Selbstzufrieden und seiner Liebe sicher, lebt ihr Mann (Pascal Greggory) seit zehn Jahren mit seiner Frau zusammen. Dass deren Lebenstraum an der glatten, lieblosen Oberfläche des Gatten schon längst zerschellt ist, das hat er nicht gewusst. Dass er ihr ihren Seitensprung verzeiht, darüber kann sie nur lachen - ein kleiner Ausbruch aus der wohlanständigen Contenance. Ein letzter, gewaltsamer Liebesakt des traurigen Paares zeigt, dass es für diese Ehe keine Hoffnung mehr gibt.

Chereaus Erzählweise ist eigenwillig: Schwarzweiß-Szenen wechseln sich mit farbigen Bildern ab. In besonders spannungsgeladenen Momenten fehlen plötzlich einzelne Bildszenen, um die innere Erschütterung der Charaktere sichtbar zu machen. Gleichzeitig verstummt der Ton in solchen Szenen. Wie im Stummfilm gibt es dann Zwischentitel mit den Kommentaren der Figuren. Lebendig wirkt das Eheleben der Herveys nur, wenn sich eine ihrer Abendgesellschaften im Haus breit macht. Sind die Ehepartner allein mit ihrer stattlichen Anzahl von Dienstboten zu Hause, dann gleicht die Prachtvilla einem Trauerhaus.

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