Für immer Adaline

Drama/Romanze, USA 2015
Die nie alternde Adaline wehrt sich gegen die Liebe

Die nie alternde Adaline wehrt sich gegen die Liebe

Der griechische Philosoph Plato glaubte, dass zu jeder Seele ein Stern gehört, auf den sie zurückkehrt, wenn man auf Erden anständig gelebt hat. So jedenfalls erzählt es der betagte College-Professor William Jones (Harrison Ford) im Film "Für immer Adaline". In der übersinnlichen Romanze wandelt eine Frau, die für immer 29 bleibt, durch das 20. und 21. Jahrhundert.

Die stilvolle Blake Lively (TV-"Gossip Girl") verkörpert eine zu Beginn des 20. Jahrhunderts geborene Frau, die durch kosmisch-physikalische Umstände bei einem Autounfall in den 30er-Jahren für immer 29 bleibt. Zuerst kann die verwitwete Mutter einer Tochter ihre ewige Jugend noch mit guter Kosmetik erklären. Doch während die Menschen um sie herum altern und sterben, muss Adaline ihren Zustand bald verbergen: Sie zieht oft um, nimmt neue Namen und Identitäten an. Allein die Tochter (Burstyn) weiß um ihren Zustand. So kann es denn in der Jetztzeit zu der skurrilen Restaurantszene kommen, in der eine Über-Achtzig-Jährige eine jugendliche Frau zu deren Geburtstag mit den Worten "Hi, Mama, herzlichen Glückwunsch" begrüßt.

Die Lage wird prekär für Adaline, als die im Inneren längst Altersweise noch einmal einen Mann kennenlernt. Ellis (Shootingstar Michiel Huisman, TV-"Game of Thrones"), dynamischer, blendend aussehender Unternehmer aus der Tech-Branche, hat eine ähnlich alte Seele wie sie. Er ist geistreich, liebt Bücher und Geschichte, spendet Teile seines Vermögens für wohltätige Zwecke. Bei einem Familientreffen spitzt sich die Situation zu: Ellis' Vater erkennt Adaline. Sie ist die Frau, in die er sich in den turbulenten 60er-Jahren unsterblich verliebt hatte.

Geschockt durch das Wiedersehen will Adaline, die sich derzeit Jenny nennt, erneut davon laufen. Doch was ist mit einer neuen Liebe, zu der ihre Tochter, die gerade ins Altersheim zieht, sie ermuntert? "Ich weiß nicht, warum sich so wenige Menschen für Geschichte interessieren", sagt Adaline, als sie Ellis in ein altes Autokino führt. In Zeiten von Fast Living, Fast Food und Fast Fashion gerät so der ganze Film unter Regie Lee Toland Kriegers zum Plädoyer für mehr Sinn für Historie; das Altern des Menschen als Schicksal, Reifung und Erfüllung inbegriffen.

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