Freundschaft plus

Komödie/Romanze, USA 2011

In TV und Kino finden: Natalie Portman, Ashton Kutcher, Kevin Kline, Ivan Reitman

Mehr als eine Sex-Beziehung

Mehr als eine Sex-Beziehung

Sex ohne Verpflichtungen: ein Thema, das im großen Pool an romantischen Hollywoodkomödien immer häufiger aufgegriffen wird. Die neueste Produktion zu diesem Sujet heißt "Freundschaft plus" und vereint Oscar-Anwärterin Natalie Portman mit dem ewigen Bubengesicht Ashton Kutcher. Die beiden verkörpern zwei Endzwanziger, die eine offene Beziehung eingehen - bis Gefühle dazwischen kommen.

"Menschen sind nicht dazu geschaffen, auf ewig zusammen zu bleiben", ließ Emma Kurtzman (Portman) bereits als junger Teenager den schüchternen Adam Franklin (Kutcher) bei der ersten Begegnung im Ferienlager wissen. Der enttäuschte Bub entgegnet ihr mit der plumpen Anmache "Kann ich dich fingern?" - und verfolgt Jahre später, als sich die beiden in Los Angeles wiedertreffen, dieselbe Strategie. Emma ist mittlerweile Assistenzärztin, Adam ist gescheiterter Drehbuchautor und Regieassistent bei einer Teenie-Fernsehsendung. Noch immer fühlen sich die beiden zueinander hingezogen, doch noch immer ist Emma beziehungsgestört. Abhilfe verschafft da der Plan, eine Sexbeziehung zu führen - ohne Verpflichtungen, ohne Eifersucht. Doch Adam verliebt sich Hals über Kopf in die schräge Emma, und das lockere Gerüst zerbricht.

"Freundschaft plus" lebt von skurrilen Begegnungen, schrägen Nebencharakteren - allen voran Plaudertasche Lucy (Lake Bell) und der versteckte Romantiker Eli (Jake Johnson) - und dem natürlich komischen Effekt, den das Zusammenspiel der kleinen, zierlichen Portman mit dem großen Kutcher mit sich bringt. Damit das Ganze keine gewöhnlich-harmlose Liebesgeschichte wird, strotzt das Drehbuch von Elizabeth Meriwether von Schimpf- und Fluchworten, was dem Film eine höhere Freigabe-Einstufung, nicht aber das schmutzige Etwas gibt.

Zwar fehlt die nötige Chemie zwischen Portman und Kutcher, dafür blühen sie in witzigen Wortduellen auf und matchen sich darin, welcher der beiden schräger ist. Portman belebt als Emma ihre Rolle als verdrehte, bezaubernde Sam aus Zach Braffs "Garden State" (2004) wieder und zeigt nach ihrer psychisch und physisch aufwühlenden Darstellung in "Black Swan", die ihr eine Oscar-Nominierung einbrachte, auch ihre komödiantische Seite. Ashton Kutcher, der in "So was wie Liebe" (2005) bereits fast ident dieselbe Geschichte durchgemacht, damals aber mit Amanda Peet einen eher harmlosen Konterpart hatte, geht nun an Portmans Seite sowohl schauspielerisch als auch komödiantisch unter.

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