Freundschaft

/ , A 2006
Nicht nur der Opa wird zu Grabe getragen...

Nicht nur der Opa wird zu Grabe getragen...

Mitten im Wahlkampf startet "Freundschaft - Der Film", die Kinoversion jenes zwischen Theater und Kabarett angesiedelten Stückes aus der Feder von Rupert Henning und Florian Scheuba, das auf den heimischen Bühnen bisher über 50.000 Zuschauer erreichte.

Die scharfzüngige Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart der Sozialdemokratie, mit Anspruch und Wirklichkeit einer politischen Bewegung, wurde von Rupert Henning als 93-Minuten-Film inszeniert. Wie schon auf der Bühne spielt Henning selbst den jungen Werbefachmann Michael, der anlässlich des Begräbnisses von "Onkel Peppi", eines "roten Urgesteins", lange Diskussionen mit seinem Vater, einem SP-Lokalpolitiker (gespielt von Erwin Steinhauer), beginnt.

Henning, der gemeinsam mit Florian Scheuba auch das Drehbuch geschrieben hat, unternimmt in der Produktion der Dor Film nur wenig Versuche, der reinen dialogischen Auf- und Abrechnung zu entkommen und für die berührende Geschichte spezifisch filmische Umsetzungen zu finden. Wenn neue Schauplätze und Figuren eingeführt werden - wie etwa im Fall einer Wirtshaustisch-Diskussion unter Kärntner SP-Funktionären, denen Haider als Charismatiker und "national" und "sozialistisch" als durchaus kompatibel gilt -, geht der Handlung das Wahrhaftige schnell verloren und rutscht ins Kabarettistische.

Der Kern ist und bleibt die pointierte Abfolge von Rede und Gegenrede sowie das intensive Spiel von Steinhauer und Henning, denen die Kamera von Michi Riebl sehr nahe rückt. Die stimmigen Schauplätze (natürlich wohnte Onkel Peppi im Karl-Marx-Hof) und die Fülle an zeithistorischen Details - vom "1979er Kreisky-Doppler" ("Der österreichische Weg - 13 Prozent Alkohol") über das Parteiabzeichen bis zur letzten "AZ"-Ausgabe mit der Schlagzeile "Adieu" - sind letztlich nur sentimentaler Zierrat, der zu den Klängen von Mnozil Brass ins Bild gerückt wird, um die Dialoge zu strukturieren.

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