Frances Ha

Komödie/Drama, USA 2012
Frances tänzelt durch New York

Frances tänzelt durch New York

Frances läuft, nein, hüpft und tänzelt durch New York. Es ist einer der vielen schönen Momente im Leben der Endzwanzigerin, die noch so unfertig scheint wie ihr Name im Titel der wohl schönsten Komödie des Jahres. Mit "Frances Ha" zeichnen Regisseur Noah Baumbach und Co-Autorin, Hauptdarstellerin Greta Gerwig in Schwarz-Weiß das eindringliche Porträt einer jungen Frau mit großen Träumen.

Fake-Wrestling im Park, Yoga zum YouTube-Video, Party in Chinatown. Frances (Gerwig) tanzt - sowohl als Dauerauszubildende in einer Tanzcompagnie als auch durch das Leben, mit der besten Freundin Sophie (Sting-Tochter Mickey Sumner) immer an ihrer Seite. Am Abend erzählen sie sich "unsere Geschichte", sie handelt von beruflicher Erfüllung, vielen Liebhabern, Ehrendoktorwürden. In der Realität kommt Frances' Tanzkarriere nicht wirklich ins Rollen, auf ihrem Konto herrscht meist gähnende Leere, und die Freundin entfernt sich mit neuer Beziehung und stabiler Lebensplanung zunehmend.

"Sorry, I'm not a real person yet", sagt die 27-jährige Frances, als sie im Restaurant weder Kreditkarte noch Bargeld vorzuweisen hat. Und steht als "Unfertige" für eine ganze Generation an unterbeschäftigten Collegeabsolventen mit großen Träumen und wenig Halt. Der Lauf zum nächsten Bankomaten inklusive galantem Stolpern wird zu einem der Höhepunkte des Films und stellt das komödiantische Talent von US-Indie-Darling Gerwig unter Beweis. Auch sonst darf Frances dank erfrischendem Drehbuch selbstironisch glänzen: In sozialer Interaktion oft ungeschickt und mit sämtlichen Marotten ausgestattet, ist Frances nicht nur "undatebar" (so ihr Mitbewohner), sondern vor allem eines: liebenswert. Da stört es nicht, dass sie vielleicht ein wenig zu oft in den Spiegel blickt, gern über den Durst trinkt und ihr Zimmer im Chaos versinkt.

"Frances Ha" erinnert zwischendurch ein wenig an Woody Allens Großstadtgeschichten, dann an die französische Nouvelle vague.

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