Fliegende Liebende

Komödie, E 2013
Hoch in der Luft gehts wild her

Hoch in der Luft gehts wild her

Wer sich der körperlichen Lust in luftigen Höhen hingibt, der ist aufgenommen im legendären, wenn auch fiktiven "Mile High Club". Mit seiner schrillen Anarchokomödie "Fliegende Liebende" ("Los amantes pasajeros") fügt Spaniens Regiemeister Pedro Almodovar dem Club auf einen Schlag zahlreiche neue Mitglieder hinzu - und knüpft damit an die irrwitzigen Komödien seiner filmischen Anfänge an.

Auf dem Weg von Madrid nach Mexiko-City zwingt ein technischer Defekt die Piloten der Peninsula Airline zur Notlandung. Bis eine freie Landebahn gefunden ist, kreist der Flieger über Toledo. Das tuntige Bordpersonal weiß, was in so einer Situation zu tun ist: Die Touristenklasse bereits präventiv mit Schlafmitteln außer Gefecht setzen und die Passagiere der Business Class mit Alkohol und Halluzinogenen zufriedenstellen - und enthemmen. Der Freiheit über den Wolken sind bald keine Grenzen mehr gesetzt und nach und nach legen die halbseidenen Charaktere von der jungfräulichen Hellseherin über die Ex-Domina bis zum Auftragskiller all ihre Hemmungen ab. Tabus werden gebrochen, Skandale aufgedeckt, Liebesdramen am defekten Bordtelefon über Lautsprecher ausgebreitet, gestählte Körper ebenso entblößt wie verletzte Seelen.

Mit "Fliegende Liebende" setzt Almodovar nach vielfach ausgezeichneten, intensiven Melodramen wie "Sprich mit ihr", "Zerrissene Umarmungen" oder "Volver" wieder an seinen cineastischen Wurzeln um 1990 ("Frauen am Rande eines Nervenzusammenbruches", "Kika") an, zelebriert die schrille Hysterie, grelle Farben, exaltierte, hemmungslose und nervenschwache Charaktere. Eine mögliche Verwicklung des spanischen Königs in einen Sexskandal wird an Bord ebenso gestreift wie Finanzspekulation und Korruption, weiter thematisiert wird jedoch nichts. Sozialkritisch sei die Komödie nicht, sagt Almodovar, sondern eher "metaphorisch" zu verstehen - und "leicht, sehr leicht". Das ist unterhaltsam und schön anzusehen: Von der wunderbar bunten Ausstattung bis zur Musik, vom Telenovela-Casanova bis zum Tunten-Steward, bietet der Film viel für Augen und Ohren, wobei einem das Lachen bei dem gar übertriebenen Geschehen mitunter schwerfällt.

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