Flags Of Our Fathers

Action/Drama, USA 2006
Joe Rosenthals Bild ging in die Geschichte ein

Joe Rosenthals Bild ging in die Geschichte ein

Die USA sind 1945 fast bankrott, die Bevölkerung nicht mehr kriegswillig - da kommt das symbolkräftige Foto von der Nachrichtenagentur AP gerade recht: Fünf Marines und ein Navy-Sanitäter hissen nach heftigen Kämpfen auf der japanischen Insel Iwo Jima die US-Fahne. Clint Eastwood hat die Geschichte in zweifacher Ausführung verfilmt - die US-Variante nennt sich "Flags Of Our Fathers".

"In den Kriegsfilmen meiner Jugend war die Welt klar in die Guten und die Bösen aufgeteilt", wird der 76-jährige Eastwood zitiert. "Das hat aber mit dem wirklichen Leben, mit dem wahren Krieg nichts zu tun." Während "Flags Of Our Fathers" die Kriegsschlacht im Pazifik aus amerikanischer Perspektive zeigt, drehte der Regisseur mit "Letters From Iwo Jima" gleichzeitig eine zweite Version der Geschichte in japanischer Sprache und aus japanischer Sicht. Diese zweite Version erhielt gerade den Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film.

Der "wahre Krieg" kommt in Eastwoods Drama in beiden Varianten auf erschreckende und schmerzhaft intensive Weise auf die Leinwand. Der Sturm der US-Truppen auf die japanische Garnisonsinsel Iwo Jima im Februar 1945 wird in minutenlangen Sequenzen gnadenlos gezeigt - abgetrennte Köpfe, qualvolles Sterben, das gesamte Kampfgeschehen dieser blutigsten Schlacht mit tausenden Toten. Die Farben sind ausgewaschen, die Bilder fast schwarz-weiß, die Szenen am schwarzen Strand der Insel ähneln in ihrer brutalen Konsequenz an jene des Oscar-prämierten "Der Soldat James Ryan" (1998) von Steven Spielberg.

Spielberg hatte sich ursprünglich auch die Rechte für den Roman "Flags Of Our Fathers" von James Bradley gesichert, nach Eastwoods Interesse für den Stoff trat er schließlich als Produzent des Films in den Hintergrund. Der Roman selbst stammt vom Sohn eines der Männer, die an der Errichtung des Fahnenmastes beteiligt waren. Während sich das Bild von AP-Fotograf Joe Rosenthal verselbstständigte und als Symbol des US-Sieges auf Briefmarken, Postern und in Zeitungen veröffentlicht wurde, wurden die drei noch lebenden US-Soldaten damals aus der Schlacht abgezogen und in die Heimat geschickt.

Dort bekamen sie als Helden der Nation die Aufgabe, mit ihrer Geschichte Geld zu sammeln - für den Krieg, dem sie gerade durch einen glücklichen Zufall entronnen waren und dessen schreckliche Bilder sich für ewig in ihren Köpfen eingebrannt hatten. Die groteske Paradoxie dieser Spendentournee macht Eastwood in naturalistischen Bildern deutlich: die Politiker und Redenschwinger sind eindeutig nicht jene, die tausende Kilometer von zu Hause weg ihren Freunden und Kameraden beim Sterben zugesehen haben. Und deren Schweigen über die Geschehnisse von damals vor allem für die Angehörigen heute oft so unverständlich scheint.

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