Filmarchiv Austria: Besetzte Bilder

Im Rahmen eines Themenschwerpunkts anlässlich 60 Jahre Zweite Republik und 50 Jahre Staatsvertrag präsentiert das Filmarchiv Austria von 5. Mai bis 26. Juni im Metro Kino unter dem Titel "Besetzte Bilder" österreichisches Kino der Jahre 1945 - 1955.

Die Auseinandersetzung mit der Gegenwart verlief im österreichischen Nachkriegskino zunächst nur zögerlich. Vielmehr stellte man bevorzugt K.u.K.-Idyllen und deren typologische Nachläufer in folkloristischer Rahmung aus. Zu dieser Selbstverklärung, die von den Alliierten mitgetragen wurde, gab es aber auch Gegenbewegungen. Die späten Rosenhügelproduktionen wie Aldo Verganos "Schicksal am Lenkrad" (1954) setzen den gängigen Österreich-Bildern und Idealen sozialkritische Positionen, realistische Ambitionen, bisweilen auch ein neues Verständnis von Kino entgegen.

Ein weiterer Fokus gilt weiters von 26. Mai bis 19. Juni unter dem Titel "Aufarbeitung oder Verdrängung" dem Nationalsozialismus im österreichischen Nachkriegsfilm. Abgesehen von einigen wenigen bemerkenswerten Produktionen zum Thema Widerstand und Verweigerung im Dritten Reich, die schon bald nach dem Krieg entstanden (z.B. Eduard von Borsodys "Die Frau am Weg" oder Paul Mays "Duell mit dem Tod"), rückte die NS-Zeit erst in den 70er-Jahren wieder ins Bild - vor allem in TV-Produktionen, beginnend 1971 mit Axel Cortis "Der Fall Jägerstätter".

Die von Andreas Ungerböck kuratierte Auswahl zeigt, dass die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus zu einem geradezu konstituierenden Thema des neuen österreichischen Kinos wurde. Titel wie "Küchengespräche mit Rebellinnen" (1984), "Deckname Schlier" von Wilma Kiener und Dieter Matzka (1985) oder Andreas Grubers "Hasenjagd" (1994) sind nachdrückliche Markierungen in der jüngeren österreichischen Filmgeschichte.

INFO: Filmarchiv Austria: "Besetzte Bilder - Kino in Österreich 1945 - 1955". 5. Mai bis 26. Juni 2005 im Metro Kino, Johannesgasse 4, 1010 Wien. Weitere Infos unter

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