Familientreffen mit Hindernissen

Komödie, F 2011
Albertine entdeckt das Leben neu

Albertine entdeckt das Leben neu

Familien haben es Julie Delpy angetan. Nach "2 Tage New York" zeigt sie in der Komödie "Familientreffen mit Hindernissen" erneut das Chaos, das bei solchen Feiern ausbrechen kann.

Lautes Gelächter, Kindergeschrei und Spanferkelgeruch: So kann es zugehen, wenn sich in Frankreich eine Großfamilie zum 67. Geburtstag an der Atlantikküste trifft. Dabei wird viel getrunken, gegessen, getanzt und auch gestritten, vor allem wenn es um Politik geht. Statt "Familientreffen mit Hindernissen" hätte die Komödie von Julie Delpy treffender heißen können "Wehe, wenn sie los gelassen werden". Denn an dem Wochenende in der Bretagne geht es zu wie im Narrenhaus. Während die Enkel den Sex entdecken, brechen die Erwachsenen immer mehr in Panik aus, denn genau in diesen Tagen soll über der Bretagne die US-Raumstation Skylab abstürzen, weswegen der Film im französischen Original "Le Skylab" heißt.

Seit die 42-jährige Schauspielerin das Drehen entdeckt hat, gibt sie die Kamera nicht mehr aus der Hand. Nach "2 Tage Paris" und "2 Tage New York" hat sie sich erneut ihrem Lieblingsthema gewidmet: neurotische Familien. Während sie in ihren ersten beiden Komödien auch kulturelle Unterschiede zwischen Amerikanern und Franzosen parodiert - Delpy wurde in Paris geboren und lebt in Amerika - konzentriert sie sich diesmal auf ein Sippentreffen, das sie in den Sommer 1979 verlegt.

Der Geburtstag der Großmutter dient Delpy als Vorwand, die unterschiedlichsten Charaktere, Meinungen und Empfindlichkeiten aufeinanderprallen zu lassen. Eine zentrale Handlung gibt es nicht. Die Schauspielerin erzählt stattdessen die Geschichte jeder einzelnen Figur, wenn auch nur kurz. Nur bei der zehnjährigen Albertine macht sie eine Ausnahme. Denn an diesem Wochenende begegnet das Mädchen ihrer ersten Liebe und ihrem ersten Liebeskummer.

Der Film von und mit Delpy ist eine liebevolle und herzhafte Komödie über ein groteskes Familientreffen. Die Handlung vor mehr als 30 Jahren spielen zu lassen, ist ein geschickter Schachzug. So manch nostalgische Erinnerung kommt auf. Juli 1979: Man trug Hosen mit weitem Schlag, keine Handys in der Hemd- und Handtasche und hatte vor allem noch eines: Zeit.

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