Fahrenheit 9/11

Dokumentation/ , USA 2004
Moore stellt unangenehme Fragen

Moore stellt unangenehme Fragen

Michael Moores bittere, aber auch komische Abrechnung mit US-Präsident Bush. "Fahrenheit 9/11" beginnt dort, wo der Regisseur schon bisher mit Vorliebe nachgeforscht hat - bei den US-Präsidentschaftswahlen des Jahres 2000.

"War alles nur ein Traum? Hat es die vergangenen vier Jahre wirklich gegeben?" fragt der Oscar-Preisträger und gibt gleich die Antwort: Obwohl die Präsidentschaft von George W. Bush für jene, die nicht gerade im Öl- oder Waffenbusiness tätig sind, der reine Albtraum waren, hat es die unglaublichen Geschehnisse, über die er fast zwei Stunden lang in gewohnt polemischer Weise berichtet, wirklich gegeben. Und Moore lässt nichts aus, was ihm aufstößt.

Moore weiß: Das Gesicht des Präsidenten ist der beste Werbeträger für seinen Film. Deswegen gibt es immer wieder George W. Bush in Großaufnahme. Erstmals sind hier jene Minuten zu sehen, die der Präsidenten unmittelbar nach Erhalt der Nachricht über den zweiten Flugzeug-Einschlag bei einem Kindergarten-Besuch verbrachte. Anstatt diesen sofort abzubrechen, greift Bush zu einem Kinderbuch und blättert darin. Sichtbar geht ihm vieles durch den Kopf. Moore spekuliert darüber, was dies gewesen sein könnte.

Der Verfolgung von Geschäftsverbindungen der Familien Bush und Bin Laden gibt Moore einigen Raum. 24 Mitglieder der Familie Bin Ladens durften unmittelbar nach dem 11. September aus den USA ausgeflogen werden. Warum? Zu Saudi-Arabien unterhalten die Vereinigten Staaten glänzende und viele Milliarden Dollar umfassende Geschäftsverbindungen. Warum ging man nicht gegen dieses Land vor, aus dem 15 von 19 der Terroristen kamen?

Moore stellt viele Fragen. Nur wenige Dokumente sind wirklich neu: Die manipulierte Militärakte des Präsidenten etwa, Bilder von US-Soldaten, die sich sehr kritisch über den Krieg äußern, trauernde Familienangehörige gefallener US-Soldaten. Die meisten Aufnahmen wurden von freien TV-Journalisten gemacht und wurden von US-Sendeanstalten zuvor abgelehnt. Moore zeigt sie, montiert sie auf sehr unterhaltsame, wenn auch nicht unumstrittene Weise.

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