Es

Horror/Drama, USA 2017
Man nimmt von fremden Leuten keine Geschenke an

Man nimmt von fremden Leuten keine Geschenke an

27 Jahre nach dem TV-Zweiteiler mit Tim Curry präsentiert uns Regisseur Andrés Muschietti (‚Mama‘) nun eine hervorragende Kinoadaption, die alle Horror-Rekorde pulverisiert

Pünktlich zum 70. Geburtstag von Stephen King kommt eine Neuadaption von ‚Es‘ - zweifellos eine der beliebtesten und furchterregendsten Vorlagen von King – ins Kino. Andy Muschiettis Filmversion hat in den USA bereits sämtliche Horror-Rekorde gebrochen.

Pennywise treibt wieder sein Unwesen

Der Horror setzt gleich zu Beginn ein in Derry, Maine, im Nordosten der Vereinigten Staaten. Die fiktive Kleinstadt wirkt unscheinbar auf den ersten Blick. Aber unter der Oberfläche lauert etwas abgrundtief Böses, lauert auf ein Opfer. Und findet es an einem verregneten Herbsttag im Oktober des Jahres 1988. Der kleine Georgie (Jackson Robert Scott) will mit dem von seinem älteren Bruder Bill (Jaeden Lieberher) aus Zeitungspapier gebastelten Boot spielen. Er lässt es den vom Regen überfluteten Rinnstein entlang treiben. Aber dann verschwindet das Boot in einem Gully. Georgie ist verzweifelt, blickt in das dunkle Loch des Kanals hinab.

Als da drinnen plötzlich ein Clown auftaucht, weicht er erschrocken zurück. Der Bub will schon wegrennen, als der Clown ihn mit freundlicher Stimme anspricht. Er stellt sich ihm als Pennywise (Bill Skarsgård) vor und lockt den Buben mit dem Boot. Georgie streckt seinen Arm aus. Der Clown packt ihn - und beißt zu. Augenblicke später zerrt Pennywise den vor Schmerz schreienden Knaben brutal in das Dunkel der Kanalisation....


Warum schreiben Sie diesen grässlichen Scheiß?' - meine Antwort lautet immer -,Ja glauben Sie, ich habe eine Wahl?" – Stephen King über seine Bücher

Noch Monate nach dem Verschwinden seines kleinen Bruders stellt Bill in der Garage seines Vaters noch immer Experimente an, um herauszufinden, was genau mit Georgie geschehen ist. Während alle den Buben für tot halten, ist Bill davon überzeugt, dass Georgie vom Regenwasser erfasst und in das weitläufige Abwassersystem Derrys gespült wurde -und vielleicht noch irgendwo auf Rettung wartet. Dabei war er nur eines der Kinder, die in letzter Zeit in Derry verschwanden. Trost findet Bill bei seinen Freunden aus dem "Klub der Verlierer", die wie er als Außenseiter gelten: Bill stottert, Richie (‚Stranger Things‘-Star Finn Wolfhard) ist ein Brillenträger, der sich ständig als Komiker versucht, Stan (Wyatt Oleff) ist Jude, der sich auf seine bevorstehende Bar Mitzwa vorbereitet - und Eddie (Jack Grazer) ist klein und mit einer übertrieben fürsorglichen Mutter gestraft.

Wird der Klub der Verlierer den kleinen Georgie retten?

Gleich zu Beginn der Sommerferien bittet er seine Kumpels, gemeinsam mit ihm die Kanalisation nach seinem Bruder abzusuchen. Ihre Gruppe erhält rasch Zuwachs. Erst stößt die hübsche Beverly (Sophia Lillis), die von ihrem Vater misshandelt wird, zu ihnen, dann Mike (Chosen Jacobs), eines der wenigen schwarzen Kids in Derry, sowie der neu zugezogene Ben (Jeremy Ray Taylor), ein übergewichtiger Bursch, der seine Freizeit am liebsten in der Bibliothek verbringt.

In der Folge werden sie alle von einer unheimlichen Macht heimgesucht, die es offenbar gezielt auf Kinder abgesehen hat und diese mit ihren scheinbar wahr gewordenen Ängsten konfrontiert. Bens Recherchen in der örtlichen Bibliothek offenbaren schließlich, dass sich in Derry alle 27 Jahre immer wieder schreckliche Katastrophen ereignen, und dass das personifizierte Böse -Es -in Form des Horror-Clowns Pennywise (Bill Skarsgård) nun offenbar wieder sein Unwesen treibt...

Spricht man über Stephen King, so unterhält man sich eigentlich über die unzähligen Facetten von Furcht. Dazu King: "Mein Leben lang werde ich schon gefragt - ,Warum schreiben Sie diesen grässlichen Scheiß?' - meine Antwort lautet immer -,Ja glauben Sie, ich habe eine Wahl?" Seine Horror-Romane haben Stephen King zu einem der meistgelesenen und kommerziell erfolgreichsten Autor der Gegenwart gemacht. Bis heute hat er über 400 Millionen Bücher verkauft - und ist angeblich immer noch besessen vom Schreiben, bringt täglich mehr als 2.000 Wörter zu Papier. Stephen Kings Es (1986) hat bereits eine ganze Generation Kinder um den Schlaf gebracht. Längst erwachsen, stürmen sie nun weltweit die Kinos. Nach nur drei Wochenenden löste der vom argentinischen Regisseur Andrés Muschietti (Mama) inszenierte Schocker mit global knapp 480 Millionen Dollar bereits William Friedkins Der Exorzist als erfolgreichsten Horrorfilm der Geschichte ab.

Die Unterschiede zwischen dem TV-Zweiteiler und dem ES-Remake

Der größte Unterschied zwischen Muschiettis Kinoadaption und dem gut gemeinten TV-Zweiteiler von 1990 ist die Erzählweise: Wie die Vorlage schildert auch die Fernsehadaption mit Tim Curry -immer wieder zwischen den 1950ern und 80ern wechselnd -, wie Bill und seine Freunde zunächst als Kinder und dann 27 Jahre später noch einmal als Erwachsene gegen das Böse antreten. Andrés Muschiettis auf zwei Filme konzipierte Adaption konzentriert sich dagegen ausschließlich auf die Geschichte der Kinder, die komplett in die 80er verlegt wurde.

Das denkt TV-MEDIA über die Horror-Neuverfilmung

Stephen Kings mehr als 1.000seitigem Wälzer gerecht zu werden, galt lange als unmöglich. Mithilfe eines exzellenten Ensembles gelang Regisseur Andrés Muschietti aber ein weitgehend werkgetreues, nostalgisch schönes und wohlige Schauer erzeugendes Horrorepos, das mit atmosphärischer Dichte und perfekt getimten Schocks besticht. Bill Skarsgård als Pennywise spielt im Wortsinn erschreckend gut - zudem begeistern auch die weitgehend unbekannten Kinderdarsteller. Muschiettis Es reiht sich so in die Reihe der besten King-Adaptionen ein -und macht definitiv Lust auf mehr. Einziger Kritikpunkt: Trotz einer stolzen Laufzeit von 135 Minuten wirkt der Film vollgepackt und streckenweise sogar atemlos. Ein bisschen mehr Luft -und Es wäre eine nahezu perfekte Inszenierung. Aber sehr gut möglich, dass der bereits für die Blu-ray angekündigte, um 15 Minuten längere Director's Cut dieses Manko behebt

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