Erik(A)

Dokumentation/ , A 2005

Die heute unter 30-Jährigen verbinden kaum etwas mit ihrem Namen, den Generationen über 30 aber ist sie sehr wohl noch ein Begriff: Erika Schinegger, österreichische Abfahrtslauf-Weltmeisterin des Jahres 1966. Kurt Mayers Dokumentation "Erik(A)" erzählt, warum sie bald nach ihrem Sieg plötzlich aus der Öffentlichkeit verschwand.

Die Sportlerin wurde bei einem "Sextest" als genetischer Mann identifiziert. Erik Schinegger ist einer von etwa 25 Fällen, die jedes Jahr in Österreich als so genannte Intersexen auf die Welt kommen. "Wenn ich den WM-Titel nicht gehabt hätte, hätte ich mein Leben sicher nicht so gemeistert wie jetzt", sagt Erik Schinegger zu Beginn der Doku. Der Filmtitel trägt dem Rechnung.

Schineggers Story ist auch ein Stück österreichischer (und nicht nur Sport-)Geschichte. Erik wuchs als Erika auf, erst in der Pubertät hegte er Zweifel an seiner sexuellen Entwicklung und Orientierung. Das burschikose "Mädchen" flüchtete sich in den Skisport und holte 1966, mit 18 Jahren, im chilenischen Portillo den Weltmeistertitel für Österreich. Ein Jahr darauf stellte ein Hormontest seine Männlichkeit fest - für den Österreichischen Skiverband (ÖSV) eine höchst peinliche Angelegenheit.

Es ist ein scharfer Wind, der Schinegger um die Ohren pfeift, wenn er einsam die Piste hinuntergleitet, aber es ist zugleich der Atem der Freiheit. Und diese Dynamik durchpulst auch den Film, der in einem Bild endet, das philosophische Fragen aufwirft: Da wedeln Gestalten in rosa und hellblauen Skianzügen - wie Chromosomen unter einem Mikroskop. Wer oder was ist männlich oder weiblich?

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