Entdeckung der Unendlichkeit

Drama/Romanze, GB 2014
Wissenschafter Stephen Hawking entdeckt die Liebe

Wissenschafter Stephen Hawking entdeckt die Liebe

Absolut bewegend und mit nur wenig Pathos hat James Marsh mit "Entdeckung der Unendlichkeit" die unglaubliche Lebensgeschichte des Astrophysikers Stephen Hawking auf die Leinwand gebracht - mit zwei grandios agierenden Hauptdarstellern.

Etwas nerdig kommt er daher, dieser schlaksige Student Stephen (Eddie Redmayne), der Anfang der 60er-Jahre in Cambridge studiert und mit seinem Wissen und seinen Gedanken brilliert; die dicke schwarze Hornbrille immer leicht schmierig und schief auf diesem jugendlichen, etwas unsicheren und doch schelmischen Gesicht sitzend. Doch trotz seines Wissens, seiner bahnbrechenden Ideen ist er kein Außenseiter. Im Gegenteil, auch er genießt das studentische Leben mit Partys, wo er die Kunststudentin Jane Wilde (Felicity Jones) kennenlernt und wenig später heiratet.

Diese junge Frau, streng gläubig und den schönen Künsten verbunden, scheint das intellektuelle Gegenstück zu dem Naturwissenschafter zu sein. Sie ist es, die zu seiner wichtigsten Lebensbegleiterin und Förderin werden wird. Denn als bei Stephen wenig später die Nervenkrankheit ALS diagnostiziert wird, gibt der Arzt dem jungen Mann noch zwei Jahre, Jane gibt ihm Hoffnung und Lebensmut. "Wir werden diese Krankheit gemeinsam bekämpfen", sagt sie ebenso energisch wie hingebungsvoll.

Basierend auf der - teilweise auch kritischen - Autobiografie von Jane Hawking, mit der der Physiker 30 Jahre verheiratet war, erzählen Regisseur James Marsh und Drehbuchautor Anthony McCarten weniger von dem Physiker als dem Menschen Stephen Hawking. Ihr Fokus liegt auf der Krankheit und der Liebe dieses Paares.

Marsh verlässt sich dabei auf die Stärke der Geschichte und die außergewöhnliche Darstellung der beiden Hauptdarsteller. Eddie Redmayne verkörpert diesen Mann so unglaublich glaubhaft, dokumentiert in seiner Darstellung den körperlichen Verfall, die Deformierung, dass es den Zuschauer schmerzt. Schon jetzt wird er als möglicher Oscar-Kandidat gehandelt. Felicity Jones überzeugt als hingebungsvolle und zugleich selbstbewusste und starke Frau.

Es ist schon erstaunlich, dass Marsh aus diesem tragischen Stoff einen romantischen Wohlfühlfilm mit viel Humor macht. Daran ändert auch das schmerzhafte Ende der Ehe zwischen Stephen und Jane nichts.

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