Elle s'appelle Sabine

Dokumentation, F 2007
Bonnaire dokumentiert das Leben ihrer Schwester

Bonnaire dokumentiert das Leben ihrer Schwester

Fast ein Jahr nach seiner Österreichischen Erstaufführung im Rahmen der Viennale kommt das Regiedebüt der französischen Schauspielerin Sandrine Bonnaire nun zum regulären Kinoeinsatz. "Elle s'appelle Sabine" heißt die Dokumentation, die die sympathische 41-Jährige über ihre zwei Jahre jüngere autistische Schwester Sabine gedreht hat.


"Elle s'appelle Sabine" zeigt in alten Familienvideos die Erinnerung an ein früheres, sehr fragiles Glück und konfrontiert sie mit der Gegenwart in einem vorbildlich geführten kleinen Pflegeheim in der Charente, wo die schwer von Medikamenten gezeichnete Schwester intensiv betreut wird. Dazwischen liegen eine gemeinsame Reise mit der Concorde nach New York, die Hoffnung auf Normalität aufkeimen ließ, aber auch der fünfjährige Aufenthalt in einem psychiatrischen Spital.

Es war nicht möglich, in dem Spital zu drehen, und so überspringt der Streifen mit einer Schwarzblende diese Jahre, die Sandrine Bonnaire als Schwarzes Loch empfindet: "Es ist, wie wenn man ins Gefängnis muss, nachdem man für ein Verbrechen verurteilt wurde, das man nicht begangen hat." Die Schuldfrage ist immer wieder in irgendeiner Art präsent.

Die Kamera (die Sandrine Bonnaire größtenteils selbst bedient) zeigt die schwierige Kommunikation der beiden Schwestern, in der die große gegenseitige Zuneigung ebenso spürbar wird wie die Gefahr des beständigen Umschlagens der Stimmung und die Angst vor dem Alleingelassen-werden.

Sandrine Bonnaire hat mit diesem Film ein soziales, kein künstlerisches Anliegen, das spürt man in jeder Minute. "Ich habe den Film nicht gedreht, um mich als Regisseurin zu erproben, sondern um eine tragische Geschichte zu erzählen, um die Gesellschaft und die Politik zu sensibilisieren und um den Blick der anderen zu verändern", meinte Bonnaire in einem APA-Interview.

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