El Bulli - Cooking In Progress

Dokumentation, D 2011
Adria auf der Suche nach dem perfekten Geschmack

Adria auf der Suche nach dem perfekten Geschmack

Spielfilme rund um das Thema Kulinarik gibt es einige. Doch ob Klassiker wie "Das große Fressen" oder aktuelle Beiträge wie "Toast" - alle setzen auf eher sinnliche Optik. Puristisch dagegen richtet Gereon Wetzel seine Doku "El Bulli - Cooking In Progress" an.

Verschwindende Ravioli, vakuumierte Champignons, Parmesankristalle, Cocktails aus Wasser, Haselnussöl und Salz: In bis zu 35 mikroskopisch kleinen Menügängen kommen solche Speisen, dekoriert auf Blättern, Steinen oder Metallgebilden, auf den Tisch. Mit seiner sogenannten Molekularküche begründete Ferran Adria den weltweiten Ruhm seines Restaurants "El Bulli". Die Liste der Auszeichnungen ist lang: Drei Michelin-Sterne, fünf Mal die Auszeichnung "bestes Restaurant der Welt", rund zwei Millionen Reservierungsanfragen jährlich sowie 2007 eine Einladung zur documenta in Kassel gehören dazu.

Der Meisterkoch gründete das Lokal 1984 in einer ehemaligen Strandschänke mit 50 Plätzen nördlich von Barcelona. Im Sommer schloss das nicht unumstrittene Ausnahmetalent das "El Bulli", um es vermutlich 2014 als Stiftung und ausbildende "Denkfabrik der kreativen Küche" neu zu eröffnen. Wer sich vergeblich um ein knapp 250 Euro teures Abendessen (ohne Wein) im Avantgardelokal bemüht hat, darf sich nun getrost mit Gereon Wetzels sehr ästhetischer, bereits preisgekrönter Doku "El Bulli - Cooking In Progress" abspeisen lassen.

Mit konzentriertem Blick und ganz ohne Kommentare verfolgte der Münchner Regisseur Wetzel mehr als ein Jahr lang die Entstehung einzelner Rezepturen. Die muten an wie Zauberei - und waren doch minutiöse Gemeinschaftsarbeit während der kalten Monate im Kochlabor in Barcelona. Denn Gäste bewirtet das Restaurant nur im Sommer und Herbst.

"Überraschung, Emotion und eine neue Textur", darum gehe es, verkündet der neugierig und extrem präzise wirkende Meister im weißen Kittel in der Doku. Für dieses Ziel wird von seinen Köchen nicht nur geschält und geschnippelt, ausgepresst und angebraten, sondern bei eher simplen Zutaten wie Gemüse, Obst und Meerestieren auch chemisch experimentiert, neuartig kombiniert, unermüdlich probiert, diskutiert, fotografiert und per Computer dokumentiert. Sehr ernsthaft geht das vonstatten. Nur kleine Scherze oder mal ein Wutausbruch von Adria lockern die fast wissenschaftliche Atmosphäre auf. Nicht immer wissen Chef und Mitarbeiter, wohin die gastronomische Reise in der kommenden Saison gehen wird.

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