„Eingeschlossene Gesellschaft“ [FILM]

Komödie, Deutschland 2022
Eingeschlossene Gesellschaft

Eingeschlossene Gesellschaft

Filmemacher Sönke Wortmann („Frau Müller muss weg“) beleuchtet den Kosmos Schule – kritisch, mit Wortwitz und subtiler Situationskomik.

Inhaltsverzeichnis:


„Eingeschlossene Gesellschaft“ [Trailer]

Eingeschlossene Gesellschaft


Inhaltsangabe von „Eingeschlossene Gesellschaft“ (2022) – worum es in dem Film geht?

Freitagnachmittag, halb drei. Am Rudi-Dutschke-Gymnasium ist der Unterricht längst zu Ende. Der riesige Gebäudekomplex inklusive Schulhof ist einsam und verlassen. Nur im Lehrerzimmer hocken noch sechs Lehrer und bereiten sich darauf vor, ebenfalls bald ins wohlverdiente Wochenende aufzubrechen. Plötzlich klopft es an die Tür. Es wird sich doch kein Schüler in die Impertinenz verstiegen haben, in diesen heiligen Bereich der Pädagogenschaft einzudringen? Nein, es ist ein aufgebrachter Vater, und er hat ein gewichtiges Anliegen: Manfred Prohaska (Thorsten Merten) will erreichen, dass sein Sohn Fabian (Nick Julius Schuck) doch noch zur Matura antreten darf. Es fehlt ein einziger lächerlicher Punkt für die Zulassung. Da muss es doch eine Lösung geben! Man kann doch nicht einem jungen Menschen wegen einer Lappalie die Zukunft verbauen! Als der zuständige Lehrer das Ansinnen kategorisch ablehnt und vom „notwendigen Aussortieren“ die Rede ist, wird der empörte Vater rabiat: Er zückt eine Pistole, ballert in die Luft und sperrt die Lehrer in ihrem Kämmerchen ein. Dort sollen sie nun eine Konferenz abhalten und einen Weg aus der Misere finden.

In der Schule ist die Hölle los!

Im Verlauf des unfreiwilligen Konklaves liefern sich die sechs Lehrer spitze Wortgefechte und entblößen dabei nach und nach ihre Kleinkariertheit und Verbohrtheit. Der selbstgerechte Mathe-und Lateinlehrer Klaus Engelhardt (herrlich toxisch: Justus von Dohnányi), dessen Leitspruch „Lehrjahre sind keine Herrenjahre!“ lautet, will dem Schüler Fabian um keinen Preis den fehlenden Punkt „schenken“. Volle Zustimmung bekommt er dabei von der altjüngferlichen Heidi Lohmann (köstlich jenseitig: Anke Engelke), die Musik unterrichtet, Sätze wie „Ich hasse die Jugend nicht, ich kann sie nur nicht ausstehen“ vom Stapel lässt und verständlicherweise in jeder Abschlusszeitung als Hexe dargestellt wird. Zum Gruselkabinett zählen weiters der schmuddelige Physiklehrer Bernd Vogel (Torben Kessler), der für Turnen zuständige Peter Mertens (Florian David Fitz) – der auf lässig tut, um Schülerinnen und Kolleginnen in sein Bett zu kriegen – und der verschlagene Vertrauenslehrer Holger Arndt (Thomas Loibl). Einzig in Sarah Schuster (Nilam Farooq), die hier gerade ihr Lehramtspraktikum absolviert, lodert noch das Feuer des Idealismus. Der Streit eskaliert zunehmend, peinliche Geheimnisse über jeden einzelnen kommen ans Tageslicht, bald geht man sich gegenseitig an die Gurgel Wer sich übrigens wundert, warum niemand auf die Idee kommt, einfach die Polizei zu rufen: Handys sind an diesem Gymnasium verpönt, alle Smartphones lagern in einem „Medienkorb“ im Direktorenzimmer.


Kritik zum Film „Eingeschlossene Gesellschaft“

Beim Blick auf den Cast und auf das Filmplakat könnte man meinen, Sönke Wortmann dreht die Fortsetzung von „Frau Müller muss weg“ (2015) – tatsächlich steht „Eingeschlossene Gesellschaft“ mit diesem Werk Wortmanns in keinem Zusammenhang. Im Gegenteil: Basierte die Handlung des 2015er-Films noch auf einem Theaterstück (von Sarah Nemitz und Lutz Hübner), nimmt sich Wortmann diesmal die gleichnamige Hörspielvorlage (von Jan Weiler) zur Brust. Lehrer, die sich als Götter aufspielen und schamlos ihre Macht missbrauchen: Sind die Figuren überzeichnet, oder handelt es sich um Prototypen, die jeder kennt? Irgendwie wohl beides. Jedenfalls gibt es in diesem satirischen Kammerspiel – fast ausschließlich im Lehrerzimmer – viel zu lachen.

In TV und Kino finden: Florian David Fitz, Anke Engelke, Justus von Dohnany, Sönke Wortmann

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