Schweden-Gaudi: Eine schöne Bescherung

Komödie, S 2015

Ein Weihnachtsfest der etwas anderen Art

Die turbulente Komödie, die in ihrer Heimat ein Kassenknüller war, erzählt vom schwulen Paar, das gemeinsam mit einer hochschwangeren Freundin ein renovierungsbedürftiges Haus kauft und über die Feiertage die so chaotische wie homophobe Familie einlädt.

Spätestens als das schwule Pärchen der Familie eröffnet, dass es gemeinsam mit der engen Freundin Cissi ein Kind erwartet, ist alle Besinnlichkeit verflogen. "Ist jemand gestorben?", fragt die leicht tüdelige Großmutter, als sie die bedrückte Stimmung am Weihnachtstisch bemerkt. "Nein, Oma, Oscar hat erzählt, dass er Papa wird", entgegnet ihre Enkelin. Damit können allerdings weder Oscars homophober Vater Ulf (Robert Gustafsson) noch Simons Eltern umgehen, die sich so betont locker und tolerant geben.

Weil mit den beiden Familien Welten aufeinanderprallen, hängt auch schon vor der späten Nachricht vom Nachwuchs - Cissi steht kurz vor der Niederkunft - der Haussegen schief. Simons Mutter Carina (gespielt von Helena Bergström, die in der Weihnachtskomödie auch Regie führt) ist mit ihrem viel jüngeren Lover Rami angereist, was ihrem griechischen Ex-Mann Millitiadis nicht passt.

Der spießige Ulf kommt unterdessen nicht darüber hinweg, dass sein Sohn eine renovierungsbedürftige Villa mit schimmligen Wänden gekauft hat, in der zu allem Überfluss auch noch jemand anderes ein- und ausgeht: "Was macht dieses schwangere Mädchen hier?".

Als die Söhne endlich mit ihrer Überraschung herausrücken, überbieten sich die künftigen Großeltern mit kleingeistigen Bemerkungen. Oscars Vater verkündet theatralisch, er habe keinen Sohn mehr, während die Mutter befürchtet, Oscar mit ihrer überbordenden Liebe zum Schwulen erzogen zu haben.

Die werdenden Väter stehen angesichts der wenig begeisterten Reaktion ihrer Lieben vor allem ratlos da. Allein Oscars Großmutter (Inga Landgre) hat zu viel Lebenserfahrung, um sich von Chaos und Konflikten aus der Ruhe bringen zu lassen. "Nur Idioten sind am Heiligen Abend nüchtern", hat die alte Dame schon vor der Feier verkündet.

Anton Lundqvist, der Oscar spielt, und seine Film-Mutter Maria Lundqvist streiten in der Komödie vermutlich nicht zum ersten Mal: Die beiden sind auch im echten Leben Mutter und Sohn. Kinogänger dürften am ehesten Robert Gustafsson als Oscars Vater Ulf wiedererkennen: Schwedens komische Allzweckwaffe spielte die Hauptrolle in der Bestseller-Verfilmung "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand".

Als sich endlich alle wieder versöhnt haben, endet "Eine schöne Bescherung", wie eine Weihnachtsgeschichte enden muss: mit einem Christkind. Der Weg dahin ist ein herrlich ironisches Plädoyer für Toleranz und Vielfalt. In Schweden war die Familienkomödie ein Kassenschlager. Für Kinogänger, die mit dem schrägen schwedischen Humor etwas anfangen können, ist sie die perfekte Einstimmung auf die besinnlichen Tage.

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