Eine Insel namens Udo

Komödie, D 2011
Schrullige Liebe

Schrullige Liebe

Kurt Krömer ist in Österreich etwa so bekannt wie Mundl in Deutschland: Mit "Eine Insel namens Udo" könnte sich dies nun ändern. Im ersten Spielfilm des Ironikers spielt Kurt Krömer eigentlich nicht sich selbst, sondern Udo, der an der Krankheit leidet, für seine Umwelt unsichtbar zu sein - bis ihm Jasmin über den Weg läuft.

Seit frühester Jugend leidet Udo daran, für die Menschen unsichtbar zu sein - was Regisseur Markus Sehr mit zahlreichen Rückblenden illustriert. So gleitet die Kamera bisweilen ironisch vom sinnierenden Protagonisten in die Höhe, um dort Flashbackerlebnisse wie das Übersehenwerden beim juvenilen Gruppenkuss oder beim Familienfoto zu illustrieren - oder eben auch nichts, wenn das erste Date imaginiert wird, das nie stattgefunden hat. Mittlerweile ist die Schwersichtbarkeit beim Job als Kaufhausdetektiv aber durchaus von Vorteil, außerdem erspart sich Udo auf diese Weise die Miete für eine eigene Wohnung, da er einfach gleich im Zelt der Outdoorabteilung schläft. Das geht so lange gut, bis ihm die schrullige Jasmin (Fritzi Haberlandt) begegnet, eine karrierefixierte und doch schusselige Hotelmanagerin, die den Unsichtbaren erkennt, als er vermeintlich unbeobachtet Kuchen stiehlt. Zwischen dem ob der Bloßstellung irritierten Udo und seiner Seherin entwickelt sich langsam eine Annäherung - ungeachtet aller Hindernisse. Schließlich lassen Tischmanieren, Outfit und Hygiene etwas zu wünschen übrig, wenn man von niemandem gesehen wird. Zwischen den beiden entspinnt sich eine kauzige Romanze mit allerlei Skurrilitäten, an deren Ende Udo nicht nur sich selbst erkennt, sondern auch von den anderen erkannt wird.

"Eine Insel namens Udo" ist ein skurriler Liebesfilm über Menschen mit besonderen Sichtbedürfnissen, in dem das Absurde selbstverständlich im Alltag verankert ist, das Abseitige in den Mittelpunkt rückt und das Trashige gleich den diversen Showformaten von Kurt Krömer ostentativ zur Schau gestellt wird. Da bedient etwa der Hausverstand im Fummel die Kaufhauskundschaft - oder besser gesagt Schauspieler Bernd Moss, Österreichs Konsumenten aus der Billa-Werbung vertraut.

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