Ein perfekter Platz

Komödie/Drama, F 2006
Paris-Klischees gleich zum Einstieg

Paris-Klischees gleich zum Einstieg

Der Eiffelturm, die Bistros, die Seine - die Versatzstücke der Traumstadt der Lichter und der Liebe erscheinen unsterblich. Danièle Thompsons dritter Film "Ein perfekter Platz" zeigt all die Paris-Klischees gleich zum Einstieg. Dreh- und Angelpunkt des Geschehens wird dann eine Prachtstraße: die Avenue Montaigne.

Künstler, Kunstsammler, eine Theater-Concièrge. Sie bevölkern mit ihren Problemen und Beziehungen einen kleinen, feinen Mikrokosmos. Das Ergebnis ist eine optisch elegante Komödie mit markanten Schauspielern - leider ohne jeden wirklichen Tiefgang. In Frankreich klingelten dennoch die Kinokassen.

Publikumsliebling Cécile de France ("L'Auberge Espagnole", 2002) wirkt als Heldin Jessica in der Welt der Schönen, der Begabten und der Reichen wie ein Katalysator: Das frische blonde Landei ergattert einen Job in einem Lokal, in dem "tout le monde" verkehrt: der zweifelnde Erfolgspianist (Albert Dupontel), die hysterische Serienschauspielerin (Valérie Lemercier), der US-Regisseur (Sidney Pollack), der krebskranke Selfmade-Millionär und Kunstsammler (Claude Brasseur) und andere mehr. Sie alle kommen nicht zuletzt durch Jessicas unbekümmerte Art zu einem besseren Leben - und das Mädel findet die Liebe des netten Millionärs-Sohns (Christopher Thompson).

Wie dekorativ und unpsychologisch dieses menschliche Themenspektrum abgehandelt wird, erstaunt schon deshalb, weil Thompson (64), die das Drehbuch selbst mit Sohn Christopher verfasste, als Autorin ein alter Hase ist. So schrieb sie 1974 immerhin am Skript von "Die Abenteuer des Rabbi Jakob" ihres Vaters Gérard Oury mit. Geradezu unbegreiflich ist es allerdings, dass sich eine Riege gestandener Darsteller, darunter die legendäre Suzanne Flon (87) in ihrer letzten Rolle, für das substanzlose Soufflé hergab. Da entfachen auch die Chansons von Greco bis Bécaud oder gelegentlicher zündender Wortwitz keine l'amour.

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