Ein fliehendes Pferd

Komödie/Drama, D 2007
Die schöne Helene bringt den ollen Helmut auf Trab

Die schöne Helene bringt den ollen Helmut auf Trab

Regisseur Rainer Kaufmann ("Die Apothekerin") ist Spezialist für das unterhaltsame Zusammenspiel aus Spannung, Gefühl und Humor. Auch in seinem neuen Film "Ein fliehendes Pferd" setzt er auf diese Mischung. Die Verfilmung einer Novelle von Martin Walser ist eine leichte Sommerkommödie, die sich im Laufe der Geschichte zu einer spannenden Analyse langjähriger Beziehungen wandelt.

Ausgangspunkt ist das zufällige Treffen von zwei alten Studienfreunden und ihren Frauen im Urlaub am Bodensee. Was als harmloses Wiedersehen beginnt, entwickelt sich zu einer dramatischen, hochemotionalen Begegnung, bei der tief verborgene Ängste, Sehnsüchte und Verletzungen zutage treten.

Behutsam übertrugen Kaufmann und die Drehbuchautoren Ralf Hertwig und Kathrin Richter die 1978 erschienene Novelle in die heutige Zeit. Im Mittelpunkt stehen Helmut (Ulrich Noethen) und Sabine (Katja Riemann), die seit Jahren ihre Ferien am Bodensee verbringen. Sie haben sich in ihrem Alltag gut eingerichtet. Der ist zwar nicht mehr spannend, dafür aber sehr bequem.

Doch dann taucht Klaus auf - von Ulrich Tukur wunderbar als aufdringlicher Lebemann gespielt, der mit der jungen hübschen Helene (Petra Schmidt-Schaller) eine spannungsvolle Beziehung unterhält. Mit seiner unerbittlichen Aufdringlichkeit bringt er das biedere Eheleben von Klaus und Sabine gewaltig durcheinander: Helmut träumt von Helene und von aufregendem Sex, der in seiner Ehe zur reinen Pflichterfüllung verkommen ist. Sabine dagegen entdeckt ihre Gefühle für Klaus, der sich forsch und nervig in ihr Leben drängt. Ganz allmählich fangen die Eheleute an, sich selbst und ihre Beziehung in Frage zu stellen. Bei einem Segeltörn auf dem Bodensee kommt es schließlich zu einer dramatischen Wende.

Robert Walser, der bei den Dialogen ein wenig mit Hand anlegte, zeigte sich mit der filmischen Umsetzung seines Werkes sehr zufrieden: "Es ist ein Glücksfall für einen Autor, dass ein Film selbstständig wird, nicht sklavisch am Buch entlang filmt und ein eigenständiges Kunstwerk wird."

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