Ein Dorf sieht schwarz

F 2016

Die Komödie basiert auf einer wahren Begebenheit

Gelungene Komödie über Mühen der Integration einer farbigen Familie in ein Provinzkaff der 1970er.

„Es gab noch nie einen Schwarzen in Marly-Gomont“, wird der frischgebackene kongolesische Arzt Seyolo Zantoko (Marc Zinga) gewarnt. Statt von der offenen Stelle im Kaff nahe der belgischen Grenze die Finger zu lassen, antwortet er mit einem naiven „Dann wird’s ja Zeit“. Doch was dem jungen Familienvater da so locker über die Lippen geht, stellt ihn anno 1975 schon bald auf eine große Probe. Als seine Frau Anne (Aïssa Maïga), Tochter Sivi (Médina Diarra) und Sohn Kamini (Bayron Lebli) aus Kinshasa statt in Paris in der trostlosen Gegend mit Dauerregen landen, wollen sie sofort wieder heim. Schließlich geben sie Marly-Gomont doch eine Chance, auch weil Seyolo ihnen einen Umzug nach Paris in Aussicht stellt. Doch die Dorfbewohner machen es der Familie gar nicht leicht und präsentieren sich als hinterwäldlerische Alltagsrassisten.

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Dr. Zantokos Praxis bleibt leer, seine Kinder werden in der Schule beschimpft, die Ehefrau wird gedisst. Ausgerechnet ein Baby in Steißlage treibt die Integration der Arztfamilie voran. Doch die anstehenden Bürgermeisterwahlen drohen, die Zantokos endgültig zu vertreiben …

Unsere Meinung zu ‚Ein Dorf sieht schwarz‘

Regisseur Julien Rambaldi schafft es, Ausländerfeindlichkeit und Intoleranz ohne erhobenen Zeigefinger zu thematisieren. Dabei hilft ihm der ausdauernde Optimismus des Familienvaters Dr. Zantoko, der seiner Tochter sagt, in Frankreich könne man alles werden, sogar Präsident, man müsse dafür nur lernen und durchhalten. Das macht ‚Ein Dorf sieht schwarz‘ (übrigens nach einer wahren Geschichte) auch zu einem politischen Film, wenn man bedenkt, dass er ein paar Tage vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich startet. Humorvoll, leicht, berührend, wenngleich ohne Lacher à la ‚Monsieur Claude und seine Töchter‘.

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