Echte Wiener 2 - Die Deppat'n und die Gspritzt'n

Komödie/Drama, A 2010
Karl Merkatz ist immer noch dabei

Karl Merkatz ist immer noch dabei

Mehr als 30 Jahre hat es gedauert, bis es Edmund "Mundl" Sackbauer nach dem Aus der legendären TV-Serie auf die Kinoleinwand geschafft hat. "Echte Wiener - Die Sackbauer Saga" versammelte alle ehemaligen Stars rund um Karl Merkatz und lockte 372.000 Besucher in die Kinos. Gerade einmal zwei Jahre sind nun vergangen, bis die Fortsetzung in die heimischen Kinos kommt.

"Echte Wiener 2 - Die Deppat'n und die Gspritzt'n" musste jedoch ohne Mundl-Erfinder Ernst Hinterberger auskommen, auch Regisseur Kurt Ockermüller sprang ab. Unter Regisseurin und Drehbuchautorin Barbara Gräftner wird es nun weniger tragisch: Der alte Mundl wird geläutert, der Enkel ist spielsüchtig und der Urenkel rappt.

Ganz Mundl-untypisch fängt er an, der zweite Kinofilm. Schöne Landschaften und Meeresbuchten statt Gemeindebau und grauem Wien. Die selbstbetitelte "Dichterhure" Franzi (Alexander Wächter) lebt mittlerweile hier in Irland - jedenfalls solange, bis er innerhalb der ersten Filmminuten stirbt. Besonders tragisch ist das nicht, immerhin erben jetzt seine Ex-Frau Hanni (Erika Deutinger) und deren Eltern, Mundl und Toni Sackbauer (Karl Merkatz und Ingrid Burkhard), seine schicke Villa mit Garten in Baden. Doch dass Mundl seinen Gemeindebau verlässt, kommt genauso wenig "in die Frage" wie die Reise nach Irland zu Franzis Beerdigung - denn "zu den G'scherten und den G'spritztn zieh i ned" und Irland "hamma eh im 'Universum' g'sehn".

Toni fliegt nach einem großen Ehekrach ohne Mundl nach Irland - und macht ihren Mann prompt zum leidenden Strohwitwer. Unterstützung findet der schon bald vom Obdachlosen Motzl (Oswald Fuchs), der Mundl in die Gruft mitnimmt, damit er und Papagei Schurli nicht verhungern. Zwischen "Sandlern" und dem aus dem Jenseits ermahnenden Kurti lernt Mundl endlich seine Frau zu schätzen und betritt ihr zuliebe sogar ungewohnten Boden: jenen der Staatsoper.

Während Mundl beim großen "Aida"-Finale zu Tränen gerührt ist, kämpft sein Enkel Rene (Manuel Rubey) mit der Privatinsolvenz. "Ein Opfer der Wirtschaftskrise" meint seine Schwester, "die Erziehung der Mutter" meint Vater Karli (Klaus Rott). Renes Sohn Edi (Pascal Giefing) hat sich mittlerweile vom traurigen Emo-Musiker zum toughen Hip-Hopper gemausert - und bekommt Stress mit seiner aus Somalia stammenden Freundin Jamila (Lydia Obute), als deren Bruder Aki (Ojo Michael Akinyemi) ein Diebstahl unterschoben wird.

Bei allen Änderungen, einzig zwischen Mundl und Toni hat sich nichts geändert: Burkhard und Merkatz blühen im gemeinsamen Spiel geradezu auf und haben Sympathie und (die einzigen) Lacher auf ihrer Seite. Auch Günter Tolar, der als mit Mundl äußerst geduldiger, schwuler Villennachbar Rischka auftritt, ist ein Gewinn für den Film. Wolfgang Böck lässt sich als - was sonst - Polizist von Mundl anstänkern, ehe er ob des Anblicks von Stanek (ehemaliger "Kottan"-Darsteller Franz Buchrieser) sprachlos wird: "Kottan, Sie do?" "Ge Trautmann, i bin inkognito" wird zurückgeschossen.

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