Duplicity - Gemeinsame Geheimsache

Krimi/Thriller, USA/D 2009
Heiße Agenten unter sich

Heiße Agenten unter sich

Auf einem Botschaftsempfang in Dubai lernen sie sich kennen, die CIA-Agentin Claire Stenwick (Julia Roberts) und ihr britischer Kollege Ray Koval (Clive Owen). Ein munteres Katz-und-Maus-Spiel, das auch nach Zürich führt, kann beginnen. Claire lockt Ray in ihr Bett, am nächsten Morgen sind geheime Unterlagen verschwunden, und die schöne Agentin auch.

Drei Jahre später folgt ein Wiedersehen in Rom, Claire und Ray verlieben sich und doch traut der eine dem anderen nicht. Irgendein Hintertürchen halten sich die beiden ausgebufften Schnüffler immer offen - Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. «Wie machen Skorpione Liebe», fragte sich Regisseur Tony Gilroy bei den Dreharbeiten zu der romantischen Komödie "Duplicity", die zugleich auch als Agententhriller und Wirtschaftskrimi durchgeht.

Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern, die nach Mike Nichols' "Closer" (2004) zum zweiten Mal gemeinsam vor der Kamera standen, funktioniert leidlich gut. An den amerikanischen Kinokassen konnte das Duo allerdings nicht punkten, der Film blieb weit hinter den Erwartungen zurück.

Die aus der Babypause zurückgekehrte Julia Roberts gefällt in ihrer ersten großen Rolle seit "Mona Lisas Smile" (2003) als höllisch durchtriebene Spionin, Clive Owen gibt den coolen Gentleman-Agenten mit einer gehörigen Portion Understatement. Die beiden Stars spielen sich die Bälle gekonnt zu, Funken sprühen bei diesem Pärchen trotz etlicher Flaschen Champagner aber nicht in jeder Einstellung. Im Luxushotel in Rom kommt den Spionage-Skorpionen die Erleuchtung: Man könnte sich doch zusammentun, statt immer nur gegeneinander zu kämpfen.

Die multinationalen Konzerne "Equikrom" und "Burkett & Randle" liegen im unerbittlichen Clinch miteinander. Es geht um die millionenschwere Formel für ein neues Haarwuchsmittel, und vielleicht könnten Claire und Ray ja die lachenden Dritten sein.

Herrlich, wie sich die aufgeplusterten Konzernbosse Howard Tully (Tony Wilkinson) und Richard Garsik (Paul Giamatti) in den Haaren liegen. Schon im Vorspann prügeln sie sich auf dem nassen Asphalt eines Flugplatzes wie die Schuljungen. Diese Szene ist übrigens die mit Abstand gewalttätigste in diesem verschachtelten Thriller.

Etwas James-Bond-Flair

Was früher die Supermächte waren, sind heute absurd hochgerüstete Konzerne, die sich mit allen erdenklichen Mitteln gegen Industriespionage wehren. Und dabei geht es hier lächerlicherweise meistens um Shampoo, Hautcremes, Windeln oder ein neues Rezept für Tiefkühlpizza. Das ist schon sehr gekonnt gemacht, und das gepflegte "Location-Hopping" von Dubai über Miami, Rom, London bis nach Zürich sorgt für Schauwerte und James-Bond-Flair. Ein wenig stehlen allerdings die zu Popanzen aufgebauten Bosse den Agenten die Schau.

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