Drive

Action/Krimi, USA 2011
Sie lockt den Driver aus der Reserve

Sie lockt den Driver aus der Reserve

Ryan Gosling ist der Shooting Star der vergangenen Monate. Er verführte in "Crazy, Stupid, Love" und kämpfte sich in "Die Iden des März" von George Clooney durch die Untiefen der Politik. Nun kommt der US-Amerikaner mit dem brutalen Actionfilm "Drive" in die Kinos. Darin spielt er einen Stuntman, der nachts als Fluchtfahrer durch die Straßen rast und plötzlich selbst in ein Verbrechen gerät.

Driver ist Stuntman und im Nebenjob Fluchtfahrer. Seinen Kunden gibt er ein Zeitfenster von fünf Minuten, mehr nicht und an den bewaffneten Einbrüchen selbst beteiligt er sich auch nicht. Driver ist ein Einzelgänger, macht wenig Worte, sein Appartement ist spärlich eingerichtet. Wenn er dort ist, bastelt er an Autoteilen herum. Freunde hat Driver nicht, mit Ausnahme des kleinkriminellen Shannon, der sich als sein Agent auch um Drivers Jobs kümmert, tags wie nachts. Er will den jungen Stuntman ganz groß rausbringen und aktiviert dafür alte Freunde als dubiose Geldgeber.

Eines Tages trifft Driver Irene (Carey Mulligan), die in dem anonymen Appartementhaus mit ihrem kleinen Sohn neben ihm lebt. Tatsächlich entwickelt sich eine zarte Freundschaft zwischen den Dreien und der kühle, reglose Driver scheint tatsächlich Gefühle zu entwickeln, die Gosling lediglich mit zarten Gesten, seinen starren Blicken andeutet. Ansonsten erzählt der dänische Regisseur Nicolas Winding Refn diese Liebesgeschichte nahezu körperlos.

Als Irenes Mann Standard frühzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird, kommt es nicht etwa zu männlichen Machtkämpfen um die Frau, Driver zieht sich zurück. Als er Standard eines Tages blutverschmiert und fast halbtot in der Tiefgarage entdeckt, und der kleine Sohn verstört daneben steht, ist er plötzlich in einen Racheplott und Mafia-Krieg verwickelt, an dem seine eigenen Geldgeber beteiligt sind.

Es sind die maskenhafte Mimik von Ryan Gosling, die Aura der Verlorenheit und tiefen Melancholie und die Präzision, mit der er in "Drive" sein Auto lenkt. Diese lassen den Zuschauer nicht mehr los, nehmen ihn von Anfang an gefangenen, erzeugen eine beklemmende Spannung von der ersten Minute an.

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