Drecksau

Komödie/Krimi, GB 2013
James McAvoy als Polizist mit bipolarer Störung

James McAvoy als Polizist mit bipolarer Störung

In der Verfilmung des Romans "Drecksau" spinnt der Edinburgher Cop Bruce Robertson seine Intrigen in einem Sumpf aus Drogen und Korruption. Die Handschrift von Autor Irvine Welsh, der auch "Trainspotting" geschrieben hat, ist deutlich zu erkennen.

Detective Bruce Robertson (James McAvoy, "X-Men: Erste Entscheidung") ist kokainsüchtig und leidet an einer bipolaren Störung. Er spinnt Intrigen und demütigt seine Mitmenschen wegen ihrer vermeintlichen Schwächen, wo er nur kann: Den unerfahrenen, aber aufstrebenden Anfänger stellt Robertson bloß. Die Frauen im Kommissariat diskriminiert er. Den schwulen Kollegen verunglimpft er vor dem offen homophoben Chef.

Schließlich hat der Edinburgher Polizist nur ein Ziel vor Augen. Er will sobald wie möglich die Karriereleiter hochklettern und befördert werden. Durch seinen Machtinstinkt werden in seinen Augen alle Kollegen zu potenziellen Feinden. Doch eigentlich hat nur Bruce selbst ein großes Problem: seine verzerrte Selbstwahrnehmung. Sie ist Teil seiner bipolaren Erkrankung. Bruce leidet unter einem Kindheitstrauma, oft quälen ihn Halluzinationen.

Während sich Bruce, der selbst ernannte "Stallion" ("Hengst"), für einen Sieger hält, beruflich wie sexuell, rutscht er immer tiefer in seine Sucht und merkt zunächst nicht, dass er selbst sein größter Gegner ist. Bis ihn schließlich ein lange gehütetes Geheimnis einholt und sich der Fall, an dem er arbeitet, gegen ihn selbst richtet.

"Drecksau" spielt von Beginn an mit verschiedenen Ebenen der Realität. Schottland sei ein großartiges Land mit wundervollen Menschen, heißt es zum Beispiel, während Filmbilder gleichzeitig Obdachlose zeigen. Die Anspielungen verdeutlichen, dass dieses Drama auch ein Zerrbild der schottischen Gesellschaft ist, allerdings der im Jahr 1998, als Welshs Roman erschien. Das könnte den leicht veralteten Beigeschmack der Sozialkritik in dem Film erklären.

Die Milieugeschichte ist prallvoll mit Gewalt und gehört klar ins Genre der "pulp fiction", der "dreckigen Fiktion". Zudem scheut sich Regisseur Jon S. Baird nicht, die Charaktere des Films zu Karikaturen zu verzerren und nach Kräften auf Klischees herumzureiten.

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