Doctor Strange: Bühne frei für Marvels coolen Magier

Action/Abenteuer, USA 2016

Stephen Strange entdeckt seine übernatürlichen Kräfte

Eine Prise Dr. House, ein ordentlicher Schuss Sherlock Holmes und reichlich magische Fähigkeiten: Wer sich diesen Cocktail mixt, der erhält "Doctor Strange" und so das neueste Kinoabenteuer aus dem Hause Marvel. Passenderweise verkörpert Sherlock himself, Benedict Cumberbatch, den liebenswürdig-egozentrischen Helden, der sich in den Kinos zur bombastischen Weltrettung aufschwingt.

Der 14. Film des Marvel-Universums ist das erste Abenteuer um Marvels großen Magier - mit Benedict Cumberbatch in der Titelrolle

Nach ‚The First Avenger: Civil War‘ markiert ‚Doctor Strange‘ nun den zweiten von insgesamt neun Filmen der dritten Phase des Marvel Cinematic Universe (MCU), innerhalb der die Studios über die kommenden drei Jahre sowohl neue Helden etablieren als auch die Abenteuer bereits bekannter Charaktere weiterführen werden. Außerdem halten mit dem bei uns weniger bekannten Superhelden, der 1963 erstmals in einem Comic von Marvel auftauchte, nun auch Magie und Mystik ihren Einzug ins Marvel-Filmuniversum. Und darum geht's in ‚Doctor Strange‘.

Dr. Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) gilt als einer der weltbesten Neurochirurgen, den scheinbar nichts aus der Fassung bringt. Der Mann ist gut, sehr gut sogar. Leider weiß er das auch - und lässt keine Gelegenheit aus, den Kollegen seine Genialität ständig unter die Nase zu reiben. Der einzige Mensch, den er an sich heranlässt, ist seine Freundin, Traumachirurgin Christine Palmer (Rachel McAdams).

Ein tragischer Autounfall verändert alles

Trotz mehrerer Eingriffe bleiben Stranges Hände stark eingeschränkt - das Ende für jeden Chirurgen! Nachdem alle schulmedizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, macht er in seiner Verzweiflung auch mit Christine Schluss. Ruhm, Geld und seine glänzende Karriere scheinen dahin zu sein - bis er eines Tages von einem Mann erfährt, der sich trotz irreparabler Rückgratverletzung wie durch ein Wunder erholt haben soll. Als Strange diesen aufspürt, erzählt ihm der Mann von einer mysteriösen Enklave, die unter dem Namen Kamar-Taj bekannt ist. In der Hoffnung, wieder zu dem Chirurg zu werden, der er einmal war, reist er nach Nepal, wo er schließlich der Ältesten (Tilda Swinton) begegnet. Die geheimnisvolle Gelehrte bringt ihm in der Folge das Reich der Magie und die Existenz von Parallelwelten näher - und bietet ihm an, ihn in den mystischen Künsten zu unterrichten. Strange, bislang ganz der Skeptiker und Mann der Wissenschaft, sträubt sich zunächst, Magie und Mystik zu akzeptieren. Doch um Heilung zu erlangen, ist er dazu gezwungen, sich mit seinem Verstand der Möglichkeit zu öffnen, dass es in unserer Welt mehr gibt, als er bisher dachte. Schnell mausert sich Strange zum Musterschüler und erkennt schließlich, dass die Enklave nicht nur ein Heilzentrum ist, sondern von hier aus auch der Kampf gegen sich verborgen haltende dunkle Mächte ausgetragen wird, die unsere Realität zerstören wollen. Sehr bald schon muss sich Strange mit seinen neu erworbenen magischen Fähigkeiten entscheiden, ob er in sein altes Leben zurückkehren oder all das hinter sich lassen will, um als der mächtigste Magier aller Zeiten unsere Welt zu verteidigen

Bei Doctor Strange regiert das Übernatürliche und Paranormale

Ein Großteil der bisherigen Filme im Marvel Cinematic Universe erzählt im normalen Leben verwurzelte Geschichten. Streifen wie ‚Thor‘ (2011), ‚Marvel's The Avengers‘ (2012) und ‚Guardians of the Galaxy‘ (2014) eröffneten erstmals auch eine kosmische Ebene. Zudem existiert in zahlreichen Marvel-Comics seit jeher auch ein wichtiges übernatürliches Element, dem mit ‚Doctor Strange‘ nun erstmals auch auf der großen Leinwand Rechnung getragen wird. Dazu Regisseur Scott Derrickson (‚Der Tag, an dem die Erde stillstand‘; ‚Sinister‘): „Doctor Strange war schon immer mein Lieblings-Comic, weil er Mystik und die Vorstellung, dass das Universum ein äußerst geheimnisvoller Ort ist, ernst nimmt. Wir führen in unserem Doctor Strange-Streifen das Übernatürliche und Paranormale ein, die diesen neuen Superhelden definieren."

Top-Effekte – ‚Matrix‘ und ‚Inception‘ lassen grüßen!

Mit ‚Doctor Strange‘ beschreitet Marvel Studios zweifellos neue Wege und riskiert mit der Einführung der übernatürlichen Elemente viel. Fakt ist: Wer mit Letzterem Probleme hat, wird mit diesem Film wohl kaum warm werden. Dafür kommen all jene, die sich mit dem Reich der Magie und den Parallelwelten anfreunden können, bei ‚Doctor Strange‘ voll auf ihre Kosten. Die Effekte sind top. Die Action selbst ist zwar spektakulär, erinnert aber allzu oft an Matrix und Inception. Auch fehlt es im Vergleich zu anderen Marvel-Filmen an Tiefe. Das große Plus sind hier aber die Stars - allen voran Benedict Cumberbatch und Tilda Swinton. Auch der Humor kommt bei allem CGI-Getöse nicht zu kurz. Fazit: ‚Doctor Strange‘ bietet solides Comic- Kino - nicht mehr und nicht weniger. Am Ende heißt's übrigens sitzen bleiben, es folgen noch zwei Szenen ...

Kinotipps
Suspiria

Suspiria

Remake des Italo-Kultfilms von Dario Argento aus 1977

Kinotipps
Rememory

Rememory

Sci-Fi-Thriller mit Game-of-Thrones-Star Peter Dinklage

Kinotipps
Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen

Phantastische Tierwesen 2: Grindelwalds Verbrechen

Grindelwald (Johnny Depp) will den Frieden zwischen Zauberern und Nicht-Zauberern zerstören

Kinotipps
Night School

Night School

Komödie mit Jumanji-Star Kevin Hart

Kinotipps
Unser Kampf

Unser Kampf

Simon Wieland porträtiert drei Generationen einer Familie, die insgesamt neun Kriege erlebt hat

Kinotipps
Angelo

Angelo

Markus Schleinzer verfilmt die unfassbare Biografie von Angelo Soliman, mit Makita Samba und Alba Rohrwacher