Dirty Grandpa

Komödie, USA 2016

Robert De Niro ungewohnt derb und zotig

Robert De Niro gehört unbestritten zu den großen Schauspielern der Filmgeschichte. Im Alter scheint er sich im Alter am liebsten mit Komödien zu befassen - nun folgt erneut eine: An der Seite von Jungstar Zac Efron ist der 72-Jährige als "Dirty Grandpa", also als durchtriebener Großvater, im Kino zu sehen.

Dick (De Niro) hat gerade seine Frau beerdigt und wünscht sich, dass sein Enkel Jason (Efron) ihn nach Florida begleitet. Wirklich nah stehen sich die beiden nicht, auch der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig, immerhin will Jason in wenigen Tagen heiraten. Doch irgendwie funktioniert es, und die beiden fahren im rosa Mini-Cabrio in den Süden.

Was dann folgt, ist ein klamaukiges Chaos. Denn Dick möchte als Witwer endlich wieder richtig Spaß haben und landet mit seinem eher braven Enkel in der Partyhochburg Daytona zwischen partywütigen College-Kids. Wettsaufen, Drogeneskapaden und auf die Stirn gekritzelte Penisse gehören dabei zu den Ausrutschern des ungleichen Duos.

De Niro gibt den bösen Opa, der als sex-wütiger Draufgänger ohne Hemmungen die Nerven seines Enkels herausfordert. Dabei zielt er immer wieder mit seinen derben Sprüchen unter die Gürtellinie: "Ich will ficken, bis die Lunte Funken sprüht", prahlt er etwa zu Beginn. Und wenn sich Dick dann gegen Ende auf eine junge Studentin (Aubrey Plaza) stürzt, raunt sie ihm entgegen: "Ich will, dass du mir den BH aufreißt, als sei es dein Rentenbescheid". Solche Zotigkeit ist man von De Niro nicht gewöhnt, auch nicht, dass er bei einem Drehbuch zugesagt hat, das eine hanebüchene Geschichte erzählt und sich nebenbei auch noch über Homosexuelle lustig macht.

Ganz ohne vermeintliche Moral geht es aber auch bei "Dirty Grandpa" nicht. Denn wenn zwei so ungleiche Figuren aufeinandertreffen, müssen sie sich nach ungeschriebener Hollywood-Regel mit der Zeit annähern und voneinander lernen. So merkt Jason schließlich, dass seine kontrollsüchtige Verlobte doch nicht die Richtige für ihn ist. Und sein Großvater besinnt sich zumindest in den letzten Film-Momenten auf den Wert der Familie.

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