Die Zeit die bleibt

Drama/ , F 2005
Romain entdeckt das Leben neu

Romain entdeckt das Leben neu

Im Angesicht des Todes stellt sich der 30-jährige Fotograf Romain die Frage nach dem Sinn des Lebens. In seinem zweiten Film zum Thema Tod porträtiert Francois Ozon ("Unter dem Sand") mit Romain einen arroganten Egomanen, der alle privaten Beziehungen abbricht, als er von seinem tödlichen Tumor erfährt.

Romain macht das Sterben ganz mit sich allein aus. "Ich glaube, niemand will es wissen", sagt der 30-Jährige. Der Modefotograf hat kurz zuvor erfahren, dass er an einem Hirntumor leidet und nur noch kurze Zeit zu leben hat. Romain, gespielt von Melvil Poupaud, ist kein sympathischer Mensch. Er ist arrogant, überheblich, egoistisch und ein bisschen brutal. Nach der Diagnose macht er ohne Angabe von Gründen Schluss mit seinem Freund. Auch seinen Eltern und seiner Schwester sagt er nicht, dass er bald sterben wird. Zu sehr scheinen ihm alle Familienmitglieder mit sich selbst beschäftigt zu sein. Einzig zu seiner Großmutter hat er Vertrauen. Diese von Jeanne Moreau eindrucksvoll verkörperte, lebenssatte und erfahrene Frau hat keine Angst vor der Beschäftigung mit dem Tod. Doch auch sie kann Romain letztlich nicht helfen. Er bleibt mit seinem Leben und Sterben allein.

Immer wieder lässt Ozon Erinnerungen aus der Kindheit an Romains Auge vorbeiziehen. Diese Welt von damals ist noch heil, glücklich und voller Verheißungen. Die Schwester ist noch eine Freundin und nicht wie heute ein Hassobjekt, die Eltern respektierte, geliebte Menschen. Ein Trost in einer Welt, die für Romain völlig aus den Fugen geraten ist. Immer wieder zeigt Ozon symbolhafte Bilder des Verfalls, des Verlustes und der Trauer: verwelkende Blumen, Regen, ein entwurzelter Baum.

Nach "Unter dem Sand" mit Charlotte Rampling macht der französische Regisseur Francois Ozon ("8 Frauen", "Swimming Pool") erneut Trauer und Tod zum Thema eines Films. Ob es wie geplant eine Trilogie wird, lässt Ozon allerdings offen. Der dritte und letzte Teil sollte eigentlich vom Tod eines Kindes handeln. "Ich weiß noch nicht, wie ich diese Geschichte erzählen soll", sagt Ozon. "Vielleicht irgendwann."

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