Die wilde Zeit

Drama, F 2012
Ein tagebuchartiges Porträt

Ein tagebuchartiges Porträt

In "Die wilde Zeit" schildert Olivier Assayas seine Jugend in Frankreich nach den politischen Ereignissen im Mai 1968. Ein nostalgischer Blick auf eine Utopie für eine bessere Welt.

Gilles will Künstler werden, Maler oder Filmemacher, lässt sich jedoch von der politisch aufgeladenen Stimmung mitreißen. Tagsüber drückt der Gymnasiast die Schulbank, nachts sprüht er zusammen mit Alain und seiner Freundin Christine systemkritische Parolen auf Wände und druckt Manifeste und Pamphlete. "Die wilde Zeit" von Olivier Assayas ist ein Blick auf die "Nach-Mai-Jahre", auf eine perspektiv- und orientierungslose Jugend - und eine unerfüllte Utopie.

Der Film spielt im Jahr 1971. Der Revolutionsmonat Mai 68 ist vorbei. Doch die politischen Überzeugungen sind damit nicht verschwunden. Die Linke will für die Arbeiterklasse kämpfen - als Maoisten, Anarchisten oder Trotzkisten. Gilles (Clément Métayer), Alain (Félix Armand) und Christine (Lola Créton) haben sich diesem Kampf um eine bessere Welt angeschlossen.

Bei einer ihrer nächtlichen Aktionen wird ein Sicherheitsbeamter von einem Molotow-Cocktail schwer verletzt. Die Freunde fliehen nach Italien in das agitatorisch-revolutionäre Milieu. Doch Gilles ist hin und her gerissen zwischen der Liebe zu Christine, seiner politischen Überzeugung und dem Wunsch nach seinem eigenen Weg. Schließlich reist er wieder nach Paris zurück, wo er versucht, ein Leben in geordneten Bahnen zu führen.

Nach seinem erfolgreichen Terroristen-Biopic "Carlos - Der Schakal" kehrt Assayas wieder zu den 70er Jahren zurück, diesmal zu seiner eigenen Jugend. Das Drama lehnt sich an seine 2005 erschienene Autobiografie "Une adolescence dans l'après-Mai. Lettre à Alice Debord" an.

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