Die wilde Farm

Dokumentation, F/D 2009
Die Tiere entdecken ihre Freiheit

Die Tiere entdecken ihre Freiheit

Die Dokumentarfilmer Dominique Garing und Frédéric Goupil zeigen in dem Film "Die wilde Farm", was passiert, wenn Haustiere einen plötzlich herrenlos gewordenen Bauernhof übernehmen: Ein Film, der Fiktion und Dokumentation mischt und beweist, dass auch unsere Haustiere faszinierende Lebewesen sind und genügend Stoff für viel Unterhaltung bieten.

Ein Gehöft in Frankreich. Der alte Bauer wird krank und muss ins Krankenhaus. Schweine, Gänse, Hühner, Pferde, Hunde und Katzen warten vergeblich auf ihr Futter. Als am zweiten Tag immer noch keine Spur von ihrem Besitzer zu sehen ist, entdecken die Haustiere nicht nur ihre Freiheit, sondern lernen auch zu überleben. Die Katze macht sich über die Hühner her, der Fuchs über die Gänse und die Hausschweine treffen bei ihrem Ausflug in die nähere Umgebung auf Wildschweine. Kleine, spannend verpackte Abenteuer, die durch die Kinder des Bauern, die das Gut übernehmen, zunächst ein Ende nehmen.

Es muss nicht immer um das Überleben wilder Tiere in Afrika gehen oder um die Urgiganten der Meere, um einen schönen Tierfilm zu drehen. Dass die Darstellung des Lebens unserer gewöhnlichen Haus- und Hoftiere ebenso interessant, lehrreich und anregend ist, liegt nicht nur daran, dass der moderne Mensch ebenso selten ein Rind, einen Marder oder ein Wildschwein zu Gesicht bekommt wie einen weißen Hai oder einen Königspinguin. Zudem lebt der Film auch von der originellen Idee, das Überleben plötzlich sich völlig selbst überlassener Haustiere als Art Fiktion darzustellen, die von einer Off-Stimme witzig und humorvoll erzählt wird.

"Die wilde Farm" ist spielerisch und pädagogisch zugleich. Durch die Erzählstimme und die originellen Kommentare bekommt der Film etwas "Märchenhaftes", während die Kamera einen dokumentarischen Blick auf das Leben der Haustiere wirft. Sie fängt die Momente einer Geburt von Ferkeln und eines Fohlens ein, filmt die Verfolgungsjagd zwischen einem Hahn und einem Fuchs sowie den Kampf zweier Hengste, die mit Hufen aufeinander losgehen. Nicht allen Filmen gelingt diese Verschränkung von Dokumentarischem und Fiktion. Aufwendige Aufnahmen und eine zauberhaft erzählte Handlung machen "Die wilde Farm" zu einem Film, der das Leben der Haustiere mit anderen Augen sehen lässt und uns daran erinnert, dass die Tiere auch ohne uns zurecht kommen. Kino, das nicht nur für Kinder unterhaltsam ist.

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