Die Wälder sind noch grün

Drama/Kriegsfilm, A/SLO 2014
Der Film spielt an der blutigen Isonzo-Front

Der Film spielt an der blutigen Isonzo-Front

"Menschheit vor Feuerschlünden aufgestellt / Ein Trommelwirbel, dunkler Krieger Stirnen / Schritte durch Blutnebel; schwarzes Eisen schellt / Verzweiflung, Nacht in traurigen Gehirnen". So beginnt Georg Trakls zwei Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs geschriebenes Gedicht "Menschheit". Es hat den slowenischen Regisseur Marko Nabersnik zu seinem Film "Die Wälder sind noch grün" inspiriert.

Die slowenisch-österreichische Koproduktion spielt an der blutigen Isonzo-Front in den Julischen Alpen und könnte als Fortsetzung von Ernst Gossners Film "Der stille Berg" durchgehen, der vor einem halben Jahr herauskam. Gossner beginnt mit dem Kriegseintritt Italiens auf der Seite der Entente im Mai 1915, der zu einem mit Erbitterung geführten Stellungskrieg im Gebirge führte. Nabersnik lässt seinen Film im August 1917 spielen. Doch die Ästhetik der beiden Filme könnte unterschiedlicher nicht sein. War "Der stille Berg" ein Melodram im Gewand früherer Heimat-und Kriegsfilme, so ist "Die Wälder sind noch grün" ein hochalpines Kammerspiel, einer der wohl ruhigsten und handlungsärmsten Kriegsfilme.

Auf einem einsamen Artilleriebeobachterposten in 2.200 Meter Höhe sind der jüdisch-großbürgerliche Hauptmann Jan Kopetzky (Simon Serbinek, dem im Alter von 27 Jahren nach einem Unfall beide Beine amputiert werden mussten) und der Gebirgsjäger Jakob Lindner, ein einfacher Kärntner Handwerkersohn (Michael Kristof in seiner ersten Hauptrolle), die einzigen Überlebenden eines Granaten-Einschlags. Der schwer verletzte Hauptmann wird von seinem viel jüngeren Untergebenen so gut es die Umstände zulassen versorgt, doch die immer wieder vom Hauptquartier zugesagten Hilfstruppen dringen nicht durch. Auf dem Berg werden Morphium und Proviant immer knapper.

Nabersnik, der 2009 mit seinem Spielfilmdebüt "Rooster's Breakfast" 2009 von Slowenien ins Rennen für den Auslands-Oscar geschickt wurde und der nun gemeinsam mit Robert Hofferer auch das Drehbuch geschrieben hat, braucht nur wenige Dialogzeilen, um seine Geschichte zu erzählen.

Kinotipps
Die Legende vom hässlichen König

Die Legende vom hässlichen König

Kinotipps
Mia und der weiße Löwe

Mia und der weiße Löwe

10-jähriges Mädchen (Daniah de Villiers) will sich in ihrer neuen Heimat Südafrika nicht einleben – ein Löwenjunges soll ihre ...

Kinotipps
Chaos im Netz

Chaos im Netz

Im Nachschlag von Ralph reichts machen Wüterich Ralph und die quirlige Vanellope das Internet unsicher – zahlreiche Eastereggs ...

Kinotipps
Bohemian Rhapsody (Sing-along Version)

Bohemian Rhapsody (Sing-along Version)

Wie Freddie Mercury (Rami Malek) zum Leadsänger von Queen wurde und die Gruppe Weltruhm erlangte

Kinotipps
Love Machine

Love Machine

Als Musiker Georgy (Thomas Stipsits) in finanzielle Not gerät, beschließt er, seinen Körper der Damenwelt zur Verfügung zu ...

Kinotipps
Fahrenheit 11/9

Fahrenheit 11/9

In seiner neuen Doku legt sich US-Dokufilmer Michael Moore mit Donald Trump an