Die verrückte Welt der Ute Bock

Dokumentation/Drama, A 2010
Josef Hader als ein Stargast im Film

Josef Hader als ein Stargast im Film

Als im Vorjahr der Film "Bock for President" von Houchang Allahyari bei der Viennale Premiere feierte, schien der Film so gut zur politischen Lage zu passen, dass die Uraufführung ins besetzte Audi Max verlegt wurde. Szenen davon, als die 68-jährige Flüchtlingshelferin Ute Bock von den Studenten gefeiert worden war, finden sich am Beginn des neuen Films "Die verrückte Welt der Ute Bock".

Diesmal ist Dokumentarmaterial mit Spielszenen vermischt, da man auch Amtshandlungen zeigen wollte, für die man keine Drehgenehmigung erhalten hätte. Doch das gezeigte Schicksal der armenischen Flüchtlingsfamilie mit kleinen Kindern, die unsanften Besuch der Fremdenpolizei erhält, erinnert bis ins Detail daran, dass sich solche Szenen offenbar nahezu täglich in Österreich abspielen. Und man würde sich mehr Beamte wünschen wie den von Karl Markovics dargestellten, der angesichts weinender, verängstigter Kinder seine Kollegen zurückpfeift und bekennt: "Dafür bin ich nicht Polizist geworden."

Markovics ist wie Roland Düringer, Josef Hader, Viktor Gernot, Andreas Vitasek, Paulus Manker, Dolores Schmidinger oder Alexander Pschill in einer hochkarätig besetzten Mini-Rolle zu sehen. Einerseits hoffe man dadurch auf ein breiteres Publikum, andererseits glaube man damit eine für jedermann nachvollziehbare Trennung in Doku- und Spiel-Szenen vornehmen zu können, schilderte Allahyari im Gespräch mit der APA. Der Schlüssigkeit und Einheitlichkeit der Handlung tun die ständigen Promi-Auftritte freilich nicht gut.

Und jenen, die an der Plausibilität mancher Handlungsstränge oder Figuren zweifeln, wie dem von Josef Hader gespielten, mit einer illegal in Wien lebenden Afrikanerin befreundeten Polizisten, der das von ihm vollzogene Gesetz plötzlich von der anderen Seite kennenlernt, versichert Allahyari, der auch das Drehbuch selbst geschrieben hat: "Alles gibt es. Nichts ist erfunden."

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