Die Vermessung der Welt

Drama, D 2012
Zwei historische Figuren in Konversation

Zwei historische Figuren in Konversation

Daniel Kehlmanns burleske Roman-Doppelbiografie "Die Vermessung der Welt" hat Millionen Leser gefunden. Nun bringt Regisseur Detlev Buck die Wissenschaftler-Geschichte auf die Leinwand - sehr üppig und in 3-D.

Der eine bezieht Prügel auf sein nacktes Hinterteil, weil seine genialen Antworten Mitschüler und den Lehrer der Armenschule provozieren. Der andere fängt Frösche im elterlichen Park und büffelt Latein im Schloss, während seine Mutter unter ihrer riesigen weißen Rokokoperücke lauscht. Auch später wird der eine sein Dasein in kargen Stuben fristen, während der andere in den Weiten Asiens mit einem Lama plaudert oder in den Urwäldern Südamerikas nach Vulkanen und Flüssen sucht. Doch eines haben Mathematiker Carl Friedrich Gauß und Naturforscher Alexander von Humboldt gemeinsam: Beide sind Ausnahme-Wissenschaftler von unstillbarem Erkenntnisdrang - der sie als Privatpersonen oft reichlich neben die Spur geraten lässt.

In überaus üppigen 3-D-Bildern, die wie gigantisches, altmodisch-exotisches Puppentheater wirken und die er gern noch mit bombastischen Klängen überhöht, hat Regisseur, Co-Autor und Co-Produzent Detlev Buck ("Karniggels", "Rubbeldiekatz") "Die Vermessung der Welt" auf die Leinwand gebeamt. Jene fiktive Doppelbiografie der beiden deutschen Forscher, mit der Daniel Kehlmann 2005 einen Sensationserfolg errungen hat. Monatelang stand das Werk auf den Bestsellerlisten. Die "New York Times" stellte es auf Platz zwei der 2006 meistverkauften Bücher. Weltweit fand die burleske, in zahlreiche Sprachen übersetzte Geschichte über menschliche Größe und Schwäche Millionen Leser.

Der Roman hat den angesehenen, eher norddeutsch-bodenständigen Buck (49) veranlasst, nunmehr selbst einen Film zu drehen, der eine andere Dimension anstrebt - ein Spektakel à la Hollywood. So engagierte er nicht nur profilierte Darsteller wie Albrecht Abraham Schuch (Humboldt), Florian David Fitz (Gauß), Sunnyi Melles (Mutter Humboldt), Katharina Thalbach (Mutter Gauß), Vicky Krieps (Johanna Gauß) und Michael Maertens (Herzog von Braunschweig). Für die entsprechende Bildgestaltung verpflichtete er seinen alten "Männerpension"-Kameramann Slawomir Idziak. Der hat inzwischen international Karriere gemacht ("Harry Potter und der Orden des Phönix") und beschäftigt sich zwei Jahren ausschließlich mit 3-D.

Das Drehbuch schrieb Buck nach dem für unverfilmbar gehaltenen Roman gemeinsam mit Kehlmann mit Schwerpunkt auf der Jugend der beiden Koryphäen Gauß und Humboldt. Gedreht wurde bei einem Etat von übersichtlichen 10,5 Millionen Euro an nur 31 Tagen unter anderem im historischen Görlitz - und in Ecuador. Dort hatte Humboldt mit seinem Assistenten Aimé Bonpland (Jérémy Kapone) einst den Vulkan Chimborazo erklommen.

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