Die Trauzeugen

Komödie, AUS/GB 2011

In TV und Kino finden: Laura Brent, Xavier Samuel, Kris Marshall, Stephan Elliott

Eine Hochzeit sorgt für Wirbel

Eine Hochzeit sorgt für Wirbel

Regisseur Stephan Elliott hat anspruchsvolle Filme wie "Priscilla - Königin der Wüste" und "Easy Virtue" geschaffen. In "Die Trauzeugen" legt er nun einen trashigen Hochzeitsfilm vor.

Ein Merinoschafsbock, der Reizwäsche trägt und Kokain in Kondomen ausscheidet; dazu massenhaft Schimpfwörter, sexuelle Anzüglichkeiten und großzügiger Genuss von Alkohol. Das sind nur einige der Gags, mit denen er in seiner Hochzeitskomödie "Die Trauzeugen" punkten will. Auch sonst ist dem Regisseur ("Priscilla - Königin der Wüste", "Easy Virtue") seine Story über einen jungen Briten, der in Australien seine Urlaubsliebe ehelichen will und in deren feinem Elternhaus mit seinen drei prolligen Londoner Freunden vor allem Chaos stiftet, nicht schwarzhumorig, sondern trashig geraten.

Dabei bewegt sich der 47-jährige Australier Elliott hier auf Pfaden, die schon zu manch gelungenem Kinospaß geführt haben: Hochzeiten zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen oder Gesellschaftsschichten können schließlich jede Menge Komik und Witz entfalten. Wie Mentalitäten aufeinanderprallen und am Ende Toleranz und Versöhnlichkeit die Oberhand behalten, zeigen auf geistreiche Art zum Beispiel Joel Zwicks "My Big Fat Greek Wedding" oder, über Deutsche und Italiener, Neele Vollmars "Maria, ihm schmeckt's nicht". Der Ansatz in "Die Trauzeugen", einmal ungehobelte Engländer mit schicken Australiern - und nicht umgekehrt - zu konfrontieren, ist zwar nicht schlecht.

Doch es ist nur begrenzt lustig, zum flockigen Soundtrack die drei koksenden Trauzeugen von Dave (Xavier Samuel, "Eclipse - Bis(s) zum Abendrot") zu beobachten. Neben dem stets zu schlechten Späßen aufgelegten Anführer Tom (Kris Marshall, "Sterben für Anfänger") und dem aus Liebeskummer depressiven Luke (Tim Draxl) gibt es da noch Graham (Stand-Up-Comedian Kevin Bishop, "Barcelona für ein Jahr"): Der reist in Hitler-Optik auf den fremden Kontinent und flirtet mit der ruppigen Schwester der Braut.

Holzschnittartige Figuren solchen Kalibers sowie eine kaum in Fahrt kommende Handlung mit uninspirierten Dialogen und abgedroschenen Witzen machen den Film nicht gerade zu einem Renner. Daran kann auch Pop-Legende Olivia Newton-John (63, "Grease") nichts ändern: Sie spielt eine frustrierte Schwiegermutter, die vollgedröhnt zu "YMCA"-Klängen die Sau rauslässt.

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