Die schönen Tage

Romanze, F 2013
Da bahnt sich was an

Da bahnt sich was an

Eine Frau liebt einen viel jüngeren Mann: "Die schönen Tage" behandelt ein Thema, das in Frankreich im Trend ist. In der Hauptrolle Fanny Ardant - so wie man sie nur selten sieht.

Caroline steckt in der Krise. Sie ist nicht mehr die Jüngste, ihr Job als Zahnärztin gehört ihrem früheren Leben an und ihre Beziehung zu ihrem Mann ist der Routine zum Opfer gefallen. Als ihre Freundin stirbt, fällt die 60-Jährige endgültig in eine Depression. Mit einer Mitgliedschaft im Seniorenclub "Die schönen Tage" versuchen ihre erwachsenen Kinder, ihr aus der Krise zu helfen. Dass sich ihre Mutter in den viel jüngeren Julien verliebt, der dort Computerkurse unterrichtet, stand nicht auf dem Programm.

"Die schönen Tage" von Marion Vernoux handelt von einer leidenschaftlichen Affäre zwischen einer Frau und einem um 20 Jahre jüngeren Mann (Laurent Lafitte). Dabei vermeidet die Regisseurin Kitsch und Sentimentalitäten. An manchen Stellen wirkt der Film etwas peinlich, doch die schauspielerische Leistung von Fanny Ardant tröstet darüber hinweg.

Eine ältere Frau liebt einen viel jüngeren Mann - der Film der französischen Regisseurin ist der zweite, der dieses Jahr zu diesem Thema innerhalb weniger Monate in Frankreich in die Kinos gekommen ist. Das Thema, das noch heute eher in die "Das darf aber nicht sein" Schublade gesteckt wird, wurde von Vernoux mit der richtig dosierten Menge an Einfühlungsvermögen, Distanz und Respekt inszeniert. Fanny Ardant ist dabei in eine Rolle geschlüpft, in der sie so erstmals zu sehen ist: Als reife Frau, die in ihrem Verliebtsein wieder zum Teenager wird.

Minirock, Jeans und ein Joint nach der Liebe: Frankreichs Filmdiva hat selbst im Alter nichts von ihrem Charme verloren. Von der zunächst frustrierten und verschlossenen Pensionistin mutiert sie im Laufe des Film in eine Frau, die sich nach anfänglichem Zögern mit Leidenschaft in die Affäre stürzt. Dabei vergisst sie nie ihr Alter und die Endlichkeit ihrer Beziehung.

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