Die Schlümpfe - Das verlorene Dorf

Abenteuer/Komödie, USA 2017

Die Schlümpfe geraten von einem Abenteuer ins nächste

Im neuesten Streich ‚Die Schlümpfe: Das verlorene Dorf‘ gibt's keine realen Menschen mehr, dafür eine Überdosis Farbe, irres Tempo und viel Action

Darum geht's in ‚Die Schlümpfe - Das verlorene Dorf‘

In der Welt der Schlümpfe gibt es eine Legende, die keiner so wirklich glaubt, von der aber alle insgeheim hoffen, dass die Wahrheit dahintersteht: Hinter der großen Mauer, in einem gefährlichen Zauberwald, soll es ein weiteres verlorenes Dorf mit Schlümpfen geben. Als eines Tages eine Karte auftaucht, auf der dieses Dorf eingezeichnet ist, machen sich Schlumpfine, Schlaubi, Hefty und Clumsy trotz Pilzarrest heimlich auf, das Rätsel zu lösen. Tatsächlich ist der Wald voller seltsamer Geschöpfe und Gefahren, und was sie endlich finden, erstaunt sie zutiefst. Aber: Nicht nur Papa Schlumpf hat sich an die Verfolgung gemacht, sondern auch der fiese Gargamel samt seinen beiden mörderischen Haustieren. Immerhin ist Schlumpfinchen seine Schöpfung, vielleicht erfüllt sie endlich ihren Daseinszweck, ihm Schlümpfe zuzuführen, die er für seine finsteren Zaubereien braucht.

Die Zeiten von Stars wie Neil Patrick Harris oder Hank Azaria sind vorbei - zumindest im filmischen Universum der mittlerweile auch schon bald 60 Jahre alten Schlümpfe. Nach zwei großen Hollywood-Kinoabenteuern 2011 und 2014, die zusammen global über 900 Millionen Dollar einspielten -allerdings mit fallender Tendenz -, hat Sony Pictures einen deutlich sichtbaren Paradigmenwechsel vorgenommen. Keine teuer besetzten Realfilme mehr, in die der Computer die blauen Zwerge hineinrechnet, sondern reine 3D-Animationen. Das spart Kosten. Anstatt der bisher investierten 105 bis 110 Millionen Dollar kostete Die Schlümpfe: Das verlorene Dorf geschätzt zwischen 50 und 60 Millionen und soll wieder höhere Deckungsbeiträge erwirtschaften.

Unsere Meinung zu ‚Die Schlümpfe - Das verlorene Dorf‘

Das sieht man dem Film, der auch in 3D gezeigt wird (nicht die übelste Wahl), allerdings auch an. Die Schlümpfe: Das verlorene Dorf ist zwar kunterbunt und aufgedreht, sieht aber unterm Strich ein wenig simpler aus als vergleichbare Konkurrenzproduktionen; eher wie ein auf Leinwandformat aufgeblasenes, 89 Minuten langes TV-Special. Damit man das nicht zu schnell bemerkt, fährt der Film ein Tempo, das sensible Naturen (oder kleine Kinder, eigentlich die Kernzielgruppe) überfordern kann. Von nur kurzen langsamen Sequenzen zum Atemholen unterbrochen, springt das Schlumpfabenteuer wie ein Videospiel von einem Verfolgungslevel zum nächsten; andauernd greifen Bedrohungen nach den vier blauen Helden, unterstützt durch teilweise ziemlich bombastische Actionblockbustermusik - ein Wunder, dass denen bei all dem Gerenne, Gehetze und In-letzter-Sekunde-Entkommen nicht irgendwann die Puste ausgeht.

Fürs Publikum kann diese Garantie nicht übernommen werden. Was dabei schade ist: Einige Gags, tierische Kreationen (phosphoreszierende Hasen, auf denen man schlumpfen, äh, reiten kann) und visuelle Einfälle sind wirklich süß, gehen aber in diesem Fast-Forward-Fest gern unter. Fazit: Überdrehter, quietschbunter Spaß für schon etwas größere kleine Kinder.

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