Die Piraten - Ein Haufen merkwürdiger Typen

GB/USA 2012
Merkwürdig, aber lustig sind sie

Merkwürdig, aber lustig sind sie

Knetfiguren in digitalen Meeresstürmen: Unter dem Titel "Die Piraten - Ein Haufen merkwürdiger Typen" setzt die neueste Produktion der Aardman-Studios ab Freitag ihre Segel in den heimischen Kinos und bringt ein turbulentes Abenteuer für die ganze Familie in die mit 3D-Technik aufgemotzten Säle.

Die Erfinder von Wallace und Gromit punkten allerdings trotz ansprechender Effekte vor allem mit liebevoll gestalteten Figuren, einer herrlich abstrusen Geschichte über einen Piratenkapitän und seiner ergebenen Crew sowie einer unbekannten Seite von Charles Darwin.Der britische Naturforscher ist es immerhin, der den Ereignissen den entscheidenden Drall gibt: Der Piratenkapitän - ein Name scheint völlig überflüssig - sieht sich im Vorfeld der alljährlichen Verleihung des "Pirat des Jahres"-Preises wieder einmal dem Hohn und Spott seiner eindrucksvollen Kollegen ausgesetzt (Erzfeind Black Bellamy reist sogar in einem mit Goldschätzen beladenen Wal an) und misslungene Überfälle auf Schul- und Geisterschiffe scheinen seine Siegchancen nicht unbedingt zu steigern. Bis der glücklose Darwin Ziel eines Angriffs wird und im vermeintlichen Papagei der eher tollpatschigen denn furchteinflößenden Besatzung einen waschechten Dodo erkennt. Was für eine Sensation!

Grund genug, zu den Klängen von The Clashs "London Calling" nach Großbritannien zu segeln und den ersten Preis beim Wissenschaftswettbewerb abzusahnen. Für den Käpt'n eine klare Aussicht auf Ruhm, Reichtum und Ehre - und den sehnsüchtig erhofften Piraten-Award. Problematisch nur, dass Darwin und sein dressierter Schimpanse Mister Bobo eigene Ziele verfolgen, während Queen Victoria jedem Piraten nach dem Leben trachtet. Außerdem müssen Verfolgungsjagden in der Badewanne gemeistert und die ganze Wissenschaftscommunity an der Nase herumgeführt werden.

Peter Lord, der auch "Chicken Run" sowie den "Wallace und Gromit"-Kinofilm inszenierte, setzt in dem eineinhalbstündigen Seeräuber-Klamauk ganz auf die handwerklichen Stärken der Aardman-Studios, lässt etliche Knetfiguren in detailreich gestalteten Welten herum albern und kann sich auf eine temporeiche Handlung verlassen, deren anspielungsreiche Zwischentöne zum gelungenen Gesamteindruck beitragen.

Basierend auf den Büchern von Gideon Defoe, der auch das Drehbuch verfasste, wandelt diese Piratentruppe im besten Sinne auf Monty Pythons Spuren, wenn die Schinkennacht zelebriert wird, ein Fisch mit Hut als Crewmitglied fungiert oder "Everybodys Darling", der Dodo Polly, im rauschenden Bart des Käpt'n Unterschlupf findet. Dass nicht jedes Problem durch ein herzhaftes "Arrr" gelöst werden kann, wie es der Pirat mit dem Schal einmal anmerkt, mag zwar stimmen. Dem durch und durch gelungene Kinovergnügen verleiht es aber eine spezielle Note.

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