Die Perlenstickerinnen

Drama/ , F 2004
Claire auf der Suche nach sich selbst

Claire auf der Suche nach sich selbst

Zarte Stoffe und derbes bäuerliches Leben kombiniert die Französin Eleonore Faucher in ihrem Debütfilm "Die Perlenstickerinnen", der das Loblied des Kunsthandwerks singt. Wo das Leben nicht immer schön ist - die 17-Jährige Claire ist ungewollt schwanger - helfen sinnliche Materialien und kräftige Farben.

Kohl klauen für die Kunst: Mit kräftigen Schnitten holt Claire (Lola Naymark) Grünzeug aus der Erde, um es gegen Kaninchenfelle einzutauschen, die sie dann höchst kunstvoll in fantasievollen Stickereien verarbeitet. In den Stunden über den gespannten Stoffen entschwindet sie der tristen Realität. Claire ist 17, allein und schwanger. Dicke Jacken sollen ihren Bauch verbergen, denn sie will das Kind, dessen Vater mit einer anderen liiert ist, verheimlichen und nach einer anonymen Geburt zur Adoption freigeben. Erst durch die Arbeit für die Haute-Couture-Stickerin Madame Melikian (Ariane Ascaride) findet Claire zu sich selbst und kann eine Beziehung zu dem werdenden Leben in ihr aufbauen.

Faucher filmt eine schöne Welt. Die üppigen roten Locken der Hauptdarstellerin und ihre zarten Sommersprossen harmonieren mit weichen Strickjacken in Grüntönen. Ihre Aufnahmen der Erde auf den Feldern und der perlenbestickten Stoffe sind so sorgfältig inszeniert, dass sie extrem greifbar wirken. Worte dagegen verwendet Faucher nur spärlich. Sie erzählt ihre Geschichte lieber durch lange Blicke in das Gesicht Naymarks. Diese kunstvolle Geschichte brachte Faucher im vergangenen Jahr in Cannes den Großen Preis der "Sémaine de la Critique" ein.

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