Die Passion Christi

Drama/ , I/USA 2003

In TV und Kino finden: James Caviezel, Maia Morgenstern, Monika Bellucci, Mel Gibson

Die Leiden Christis im Mittelpunkt

Die Leiden Christis im Mittelpunkt

Gnadenlos. Brutal. Schmerzen und Hass. Und Blut, viel Blut. Mel Gibson hat für "Die Passion Christi" nicht an drastischen Mitteln gespart. Seine Darsteller parlieren auf Lateinisch und Aramäisch, untertitelt nur in den Kernszenen, er setzt auf die Wirkung der Bilder. Für Jugendliche unter 16 Jahren ist der Film nicht zugelassen.

Der Film, der in den USA für rekordverdächtige Besucherzahlen und (nicht nur dort) für Antisemitismus-Vorwürfe sorgte, soll dem Zuschauer durch extreme Close-Ups und Zeitlupen die Leiden Christi ganz nahe bringen. Gibsons Deutung der Passionsgeschichte, für die er sich in allen vier Evangelien bedient hat, ist nicht geprägt von Nächstenliebe, sondern von Hass.

Wenn Jesus (Jim Caviezel) mit der neunschwänzigen Katze ausgepeitscht wird, zuckt der Zuschauer zusammen. Und spätestens, wenn lange Nägel unter akustisch kaum noch erträglichen, wuchtigen Schlägen durch die Hände Jesu getrieben werden, dürfte wohl auch der Dumpfeste mitleiden.

Die naturalistische und realistische Bildsprache von Oscar-Preisträger Gibson, einem Katholiken am fundamentalistischen Rand der Kirche, erinnert stark an die religiösen Gemälde großer Meister. Inspiriert von den Gemälden des Renaissance-Maler Caravaggio (1573- 1610), nutzt Kameramann Caleb Deschanel (vier Oscar-Nominierungen) gezielt den Kontrast von Hell und Dunkel, um besondere spirituelle Ausstrahlung zu erzielen.

Gibson setzt als Regisseur auch auf Filmbilder, die an düstere Malereien von Caspar David Friedrich erinnern: Dunkle Wolken dräuen über Golgatha, in Gethsemane wabern nächtliche Nebel im Mondlicht - und Jesus perlt der Angstschweiß im Antlitz. Fast die Hälfte des Films wurde bei Nacht oder in abgedunkelten Studios gefilmt, "um zu erreichen, dass sich das Licht durch die Dunkelheit kämpft".

Für Menschen, die noch nie die Bibel gelesen haben, kann der Film einen naiv-anschaulichen Zugang zum Leben und Leiden Jesu ermöglichen - und auch zu seiner unverändert aktuellen Liebesbotschaft: Gerade während schlimmster Folterszenen wird in Rückblenden gezeigt, wie Jesus seinen Jüngern das Gebot der Nächsten- und der Feindesliebe predigt, wie er zum Verzicht auf Gewalt mahnt.

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