Die Liebe in den Zeiten der Cholera

Drama/Romanze, USA 2007
Wie eine wundervolle Krankheit

Wie eine wundervolle Krankheit

Wie fühlt sie sich an, "die Liebe in den Zeiten der Cholera"? Gabriel Garcia Marquez hat diese Frage zum Zentrum seines großen Romans über lebenslange Sehnsucht und den fast religiösen Glauben an die Liebe gemacht. In Mike Newells Verfilmung wird die Romanhandlung um die Farbenpracht kolumbianischer Originalschauplätze angereichert.

Ewige Liebe schwört Florentino Ariza seiner angebeteten Fermina Daza. Es beginnt wie so oft - junge, vom Vater des Mädchens verhinderte Liebe, gewaltsam auseinandergerissen. Doch statt sich von der jugendlichen Leidenschaft beizeiten zu verabschieden, wie Fermina Daza das mit gebotener Nüchternheit bei ihrer Rückkehr tut, zieht Florentino Ariza seinen Schwur der ewigen Liebe tatsächlich durch. Fermina wird zu seinem Lebens-Mantra, die unsterbliche Sehnsucht nach ihr, die mit dem charmanten Arzt Juvenal Urbino eine Familie gründet, verhindert scheinbar sein eigenes Lebensglück. Zwar führt er Buch über mehrere hundert Frauen, mit denen er sexuelle Abenteuer teilt, doch seine Pläne gelten nur Fermina, sollte sie einmal Witwe werden. Und bei all seinen Erfolgen, sowohl beruflich, wie sexuell, ist sie es, die seinem Leben schließlich eine einmalige Konsistenz verleiht.

Mit dem Tod Juvenal Urbinos beginnt die über ein halbes Jahrhundert andauernde Geschichte der Liebenden und der Cholera-gebeutelten Küstenstadt Cartagena. Die Protagonisten sind anfangs alte Menschen, von fähigen Maskenbildnern durch ein Leben geschminkt. Der Schauplatz ist Kolumbien, dem Newell und sein Team durch die prächtige Ausstattung, die weitläufigen Luftaufnahmen und den Soundtrack der landeseigenen Popikone Shakira all seine farbig-fiebrige Suggestivkraft zu entlocken versuchen. Und auch mit den Schauspielern hat Newell ins Schwarze getroffen. Der schmachtende Javier Bardem, der für seine Nebenrolle in "No Country for Old Men" gute Chancen auf einen Oscar hat, und sein mit jedem Augenaufschlag treueschwörender Blick könnte wohl sogar den größten Zyniker von der ungeheuerlichen Kraft der Liebe überzeugen.

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