Die Geschichte vom Brandner Kaspar

Komödie/Drama, D 2008
Franz Xaver Kroetz und Michael Bully Herbig

Franz Xaver Kroetz und Michael Bully Herbig

Die bayrische Geschichte vom "Brandner Kaspar" ist legendär. Wenn der Büchsenmacher dem Tod in Gestalt des Boandlkramer ein paar Lebensjahre abringen will, paaren sich Schlitzohrigkeit und Lebensfreude mit Gedanken über den Sinn des Lebens. Nun hat sich Joseph Vilsmaier an die Erzählung gewagt, deren Urfassung der Schriftsteller Franz von Kobell 1871 in einer Wochenschrift veröffentlicht hatte.


Franz-Xaver Kroetz spielt den Wilderer Kaspar, der mit seiner Enkelin am Schliersee lebt. Als ihn kurz vor seinem 70. Geburtstag der Tod aufsucht, hat er gar keine Lust aufs Sterben und fleht den Boandlkramer (Michael Bully Herbig) an, ihm noch ein paar Jahre zu schenken. Mit hochprozentigem "Kerschgeist" macht Kaspar sich den Tod gewogen, betrügt ihn beim Kartenspielen und gewinnt 20 weitere Lebensjahre. Doch als die Jahre ins Land ziehen, wird der Alltag für Kaspar immer beschwerlicher. Müde und gebeugt lässt er sich auf das Angebot des listigen Todes ein, sich den Himmel bei einem Besuch einfach mal anzusehen. Danach soll er entscheiden, ob er nicht doch schon früher das Leben im Paradies genießen will.

"Ich habe fast 59 Jahre gewartet, um diesen Film zu machen", sagt Vilsmaier. 1948, mit neun Jahren, war er bei der ersten Verfilmung mit Carl Wery und Paul Hörbiger dabei. Seitdem war er von der Geschichte begeistert, deren Urfassung der Münchner Schriftsteller Franz von Kobell 1871 in der Wochenschrift "Fliegende Blätter" veröffentlicht hatte. Mehrfach wurde die Erzählung für das Theater und 1954 auch als Hörspiel für den Rundfunk bearbeitet. Zum Renner wurde die Inszenierung des Münchner Residenztheaters von 1975, die auch vom Bayerischen Fernsehen aufgezeichnet wurde.

Kroetz kann die Begeisterung für die Theater-Inszenierung und die Fernsehaufzeichnung von 1975 überhaupt nicht nachvollziehen. Die Geschichte an sich sei aber faszinierend. "Da will sich jemand eine Verlängerung seines Lebens erschwindeln", erklärte er. "Jeder hat mit dem Tod was zu tun", sinnierte Herbig über die Gründe für die Beliebtheit. "Es ist ja eine unheimlich tröstliche Geschichte. Der Tod ist so ein netter, der Tod ist so, dass man die Scheu vor dem Sterben verliert."

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