Die Frau in Schwarz

Drama/Thriller, GB/CDN/S 2012
Daniel Radcliffe macht auch ohne Potter gute Figur

Daniel Radcliffe macht auch ohne Potter gute Figur

Es ist seine erste Kinorolle nach dem internationalen Erfolg mit "Harry Potter": Der 22-jährige Daniel Radcliffe spielt die Hauptrolle in dem Geisterdrama "Die Frau in Schwarz" - und macht eine gute Figur.

Ob sein Zauber noch wirkt? Vermag er auch in anderen Rollen zu überzeugen als jener, in der er zehn Jahre lang alle Welt in seinen Bann zog und in der er vom Kind zum Mann reifte - als Magierlehrling Harry Potter, in den acht überirdisch erfolgreichen Verfilmungen von Joanne Rowlings Roman-Megasellern? Fragen wie diese dürften vor allem Jugendliche und junge Erwachsene auch bei uns in die Kinos locken, um das Schauerdrama "Die Frau in Schwarz" zu sehen. Denn die Hauptrolle, einen melancholischen Londoner Anwalt am Ende des 19. Jahrhunderts, spielt niemand anderes als ihr Idol Daniel Radcliffe im ersten Leinwandjob nach Pottermania.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Auch ohne Blitznarbe auf der Stirn und Zauberstab macht der 22-jährige in James Watkins betont altmodischem und stimmungsträchtigen, dabei wahrhaftig gruseligen Werk eine respektable Figur. Radcliffe scheint zumindest auf dem Weg, ein ernst zu nehmender Schauspieler zu werden - wie es seinem ausgesprochenen Wunsch entspräche. Im Ausland kamen die Kinozuschauer bereits in Scharen: In Großbritannien etwa katapultierte sich der Film sofort auf Platz eins der Charts, international beträgt das Kassenergebnis bisher mehr als 100 Millionen Dollar (rund 76 Millionen Euro).

Smart hat sich der Brite den passenden Stoff ausgesucht: ur-englische, für Kinder völlig ungeeignete Gruselgotik nach Susan Hills 1983 erschienenem gleichnamigen Erfolgsroman. "Die Frau in Schwarz" wurde bereits Ende der 1980er für das Fernsehen bearbeitet und bildet seit mehr als 20 Jahren die Grundlage für einen Bühnenhit im Londoner West End.

Die Geschichte um den verwitweten, alleinerziehenden jungen Anwalt, der rund um ein verlassenes Herrenhaus unheimliches Kindersterben aufdeckt, liegt bei Watkins ("Eden Lake", 2008) in guten Händen. Genüsslich und gekonnt erzählt der 1978 geborene Regisseur das psychologisch motivierte Geschehen um Verlust, Trauer und Rache mittels einer opulenten, tatsächlich Gänsehaut hervorrufenden Orgie klassischer Genre-Versatzstücke. Und ein Reigen angesehener Darsteller tut dazu das Seine - von Ciarán Hinds ("Harry Potter", "Dame, König, As, Spion") bis zu Liz White als Titelfigur.

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