Die Erde von oben

Dokumentation/ , F 2004
Initiert durch Aufnahmen von Yann Arthus-Bertrands

Initiert durch Aufnahmen von Yann Arthus-Bertrands

Das Herz von Voh, von der Natur in einem Mangrovengebiet in Neukaledonien geschaffen, erscheint auf der Leinwand. Ein regelmäßiges Pochen wird hörbar. "So könnte alles begonnen haben", mutmaßt die sonore Stimme aus dem Off. In "Die Welt von oben" montiert Renaud Delourme atemberaubende Luftaufnahmen aus dem fotografischen Werk von Yann Arthus-Bertrand.

Auffliegende Flamingoschwärme in Kenia, smaragdgrün leuchtende Reisterrassen auf Bali, rätselhafte Vogelzeichnungen in der Wüste bei Nazca in Peru, die eisige Pracht des Perito-Morena-Gletschers in Argentinien und die glitzernde Skyline von New York. Das und noch viel mehr hat der französische Fotograf und Weltenbummler Yann Arthus-Bertrand mit der Kamera festgehalten - aus der Vogelperspektive. Über Jahre hinweg sind Hunderte solcher Fotos entstanden, die völlig neue Sichtweisen auf unseren Planeten möglich machten. Eine Auswahl wurde vor einiger Zeit als Buch herausgegeben. Titel des viel verkauften, globalen Porträts: "Die Erde von oben".

In seinem gleichnamigen Filmdebüt hat Regisseur Renaud Delourme nun dieses Bildmaterial aufgegriffen, selektiert und zu einer rund einstündigen, mit Musik und Dialogen unterlegten Diaschau arrangiert. Erzähltechnisch ist der farbenprächtige Reigen unverkennbar an die biblische Schöpfungsgeschichte angelehnt. Sieben Kapitel, angefangen von der "Genesis" bis hin zu "Terra incognita", führen zur klaren Botschaft: Was als wundersames Werk Gottes begonnen hat, droht in der von Menschenhand herbeigeführten Katastrophe zu enden. Der Regisseur kontrastiert eindrucksvolle Aufnahmen unberührter Natur mit Dokumenten von Zerstörung und Gewalt, die sich auf Grund der Perspektive allerdings zu gespenstisch schönen Topographien, Reliefs und Mustern formen. Fotografische Zeugnisse von Überflutungen und Dürreperioden, von Raubbau an natürlichen Ressourcen, von Tschernobyl und Hiroshima, nimmt Delourme zum Anlass, um für einen verantwortungsvolleren Umgang des Menschen mit der Natur zu plädieren.


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